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Das Grundmessnetz

Das Grundmessnetz hat die Aufgabe, eine flächenbezogene Aussage über die natürliche (geogene) Beschaffenheit des Grundwassers und ihre langfristigen, unter Umständen auch anthropogen verursachten Veränderungen zu machen. Vorrang hat dabei die Erfassung und Beobachtung größerer, in sich möglichst homogener hydrogeologischer Einheiten, die in ihrer Gesamtheit die Grundwässer des Landes repräsentieren, vor der Erkundung kleinräumiger und örtlicher Besonderheiten.

In Niedersachsen sind dabei folgende Grundwasserlandschaften zu berücksichtigen:

Gewässerlandschaft Kurzbeschreibung

Inseln

Süßwasser in meist geringer Menge in Dünen und marinen Sanden auf Salzwasser im nahen Untergrund schwimmend.
Marschen Grundwasser in wechselnder Menge und Beschaffenheit in oberflächennahen Sanden und Kiesen unter einer Ton- und Schlickdecke; in Küstennähe versalzen, z.T. Süßwasser auf Salzwasser schwimmend; tiefere z.T. ergiebige Stockwerke vorhanden.
Niederungen Grundwasser oberflächennah in Sanden und Kiesen; Mengen häufig erheblich; meist weich, aber häufig reich an organischen Stoffen (Moore) und Eisen; Gefahr der Verunreinigung von der Oberfläche her, außer bei Auelehmüberdeckung.
Talauen und Senken des Berglandes Grundwasser oberflächennah; meist in erheblichen Mengen in Kiesen und Sanden; teils mäßig hart bis hart; Gefahr der Verunreinigung von der Oberfläche her, außer bei Auelehmüberdeckung.
Hohe Geest Grundwasser in der Regel in flacheren und tieferen Stockwerken von sehr wechselnder Ergiebigkeit; vorwiegend weich, örtlich auch härter, eisenarm bis –reich; unter Mooren reich an organischen Bestandteilen.
Bergland mit mesozoischen Sedimentgesteinen Bisweilen gespanntes Grundwasser in sehr verschiedener Tiefe und in stark wechselnder Ergiebigkeit; in Kluftgrundwasserleitern verschiedenster Ausdehnung; größere Mengen nur in klüftigen Sandsteinen, Kalk- und Mergelsteinen, örtlich als Karstwasser, teils hart bis sehr hart, teils weicher; Schicht- und Störungsquellen.
Bergland mit Gipskarst Unterirdisches Wasser in Klüften, Schlotten und Höhlungen als Karstgrundwasser; stellenweise Quellen mit stark wechselnder Schüttung; Wasser sehr hart, gips- und kalkhaltig; wegen Verkarstung Gefahr der Verunreinigung von der Oberfläche her.
Bergland mit paläozoischen Sediment- und Vulkangesteien Grundwasser von geringer bis höchstens mittlerer Ergiebigkeit, vorwiegend auf Klüften und Störungen in stark gefalteten Sedimentgesteinen oder in klüftig-massigen Eruptivgesteinen, meist sehr weich, selten härter; zahlreiche, aber meist wenig ergiebige Spaltenquellen.


Bei der Konzeption des Grundwassergüte-Grundmessnetzes ist die Ausstattung dieser natürlichen Einheiten mit Messstellen wichtigstes Kriterium der Standortauswahl. Zahl und Lage der Messstellen müssen der wasserwirtschaftlichen Bedeutung der jeweiligen Grundwasserlandschaft angemessenen sein. Ein weiteres Ziel der Standortauswahl ist es, die Fortführung vorliegender langer Messreihen zu ermöglichen, um langfristig ablaufende Veränderungen der Grundwassergüte besser erkennen und deuten zu können. Es werden Basis- und Trendmessstellen unterschieden.

Die sogenannten Basismessstellen des Grundmessnetzes sollen die geogene Beschaffenheit des Grundwassers möglichst genau wiederspiegeln. Deren Standorte sind so auszuwählen, dass eine Beeinflussung der Grundwassergüte durch menschliches Einwirken im Einzugsgebiet ausgeschlossen werden kann. Dies ist in der Regel bei Standorten in bewaldetem Einzugsgebiet und in größeren Naturschutzflächen der Fall, ferner bei Grundwasservorkommen, die durch wenig durchlässige Deckschichten gegen Einträge von der Erdoberfläche her geschützt sind.

Zur Beobachtung der anthropogen bedingten flächenhaften Einflüsse auf die Grundwassergüte dienen die Trendmesstellen. Deren Aufgabe ist ferner die Bestimmung von Grund- und Indikatorkenngrößen zur Charakterisierung bestimmter anthropogener Belastungen. Für Trendmessstellen eignen sich Standorte mit oberflächennahem, durch Deckschichten wenig geschütztem Grundwasser und landwirtschaftlicher Nutzung und/oder Siedlungen im Einzugsgebiet. Die Flächennutzung im Einzugsgebiet einer Messstelle sollte möglichst einheitlich sein.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Anouchka Jankowski

NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim
Tel: +49(0)5121/509-112
Fax: +49(0)5121/509-196

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