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Kläranlagen leisten was!

Lageberichte über die Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen


Der Lagebericht zur Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen gibt den Zustand und die Entwicklung der kommunalen Abwasser- und Klärschlamm- entsorgung wieder. Seit 1997 wird er alle 2 Jahre gemäß Artikel 16 der EU-Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser (91/271/EWG) erstellt.

Der Lagebericht 2015 zur Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen liegt jetzt vor und kann in der Infospalte als PDF-Datei heruntergeladen werden. Nachfolgend sind die wesentlichen Aussagen des aktuellen Berichtes zur schnellen Information zusammengestellt worden.

Von den knapp acht Millionen Einwohnern Niedersachsens sind 94,4 % eine öffentliche Kanalisation und an kommunale Abwasserbehandlungsanlagen angeschlossen. Die restlichen Grundstücke werden durch so genannte Kleinkläranlagen entsorgt. In Niedersachsen sind cirka 45.900 km öffentlicher Schmutzwasserkanal und 28.400 km Regenwasserkanal vorhanden. Zusätzlich gibt es noch rund 3.300 km öffentlichen Mischwasserkanal, in dem häusliches Schmutzwasser und gesammeltes Niederschlagswasser gemeinsam abgeleitet werden, sowie geschätzte 100.000 km private Anschlussleitungen.

In Niedersachsen gibt es derzeit 634 kommunale Abwasserbehandlungsanlagen. In diesem Bericht werden nur die 446 kommunalen Kläranlagen betrachtet, die eine Reinigungskapazität von mehr als 2.000 EW aufweisen und eine Reinigungsleistung von insgesamt rund 15 Millionen Einwohnerwerten haben. Neben der Schmutzfracht aus den häuslichen Abwässern von rund 7,2 Millionen Einwohnern wird die Schmutzfracht von 4,6 Mio. Einwohnergleichwerten aus gewerblichen und industriellen Abwässern in diesen Anlagen mitbehandelt. Der durchschnittliche Frachtabbau dieser Anlagen beträgt 95,4 % beim CSB, 94,0 % beim Phosphor (gesamt) und 90,7 % beim Stickstoff (gesamt).

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Anzahl und Kapazität niedersächsischer kommunaler Kläranlagen  
Entwicklung der Reinigungsleistung niedersächsischer kommunaler Kläranlagen  

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Das Aufkommen des in den Abwasserbehandlungsanlagen anfallenden Klärschlamms ist mit 180.000 Tonnen pro Jahr weiter leicht rückläufig. Der Klärschlamm wird zu 63,6 Prozent landwirtschaftlich verwertet. Das ist ein Spitzenwert im Bundesdurchschnitt mit Bedeutung für den Stoffkreislauf begrenzter Rohstoffe wie zum Beispiel Phosphor. Andere Entsorgungswege sind die Deponierung, Kompostierung oder Einsatz in der Rekultivierung.

Rund 440.000 Einwohner (5,6 %) entsorgen ihr Abwasser über Kleinkläranlagen, von denen in Niedersachsen noch etwa 150.000 betrieben werden. Die Reinigung muss dabei einer Behandlung in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen gleichwertig sein. Das setzt sowohl eine mechanische als auch eine biologische Reinigungsstufe voraus, da eine Untergrundverrieselung diese Anforderungen nicht erfüllen kann. Zudem müssen die Anlagen für einen ordnungsgemäßen Betrieb regelmäßig und fachgerecht gewartet werden.

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