NLWKN klar

KliBiW - Anpassungsstrategien und Handlungsempfehlungen

Auf Basis der Analyse der Klimadaten sowie der Ergebnisse der hydrologischen Modellierung konnten für das Gebiet von Niedersachsen bzw. von Aller und Leine erstmalig regional differenzierte Aussagen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen gemacht werden. Zusammen mit den Erkenntnissen aus anderen Klimawandel-Projekten in Niedersachsen (z.B. KLIFF) können nun Strategien und Handlungs- empfehlungen erarbeitet werden, um den möglichen Folgen des Klimawandels begegnen zu können.

Es wurde eine umfangreiche Datenbasis mit klimarelevanten meteorologischen und hydrologischen Daten geschaffen, die eine wesentliche Grundlage für zukünftige Untersuchungen und Projekte bilden wird. Diese Datenbank wird im Zuge der Datenhaltung klimarelevanter Arbeitsergebnisse beim NLWKN bzw. GLD auch nach Projektabschluss weiterhin fortgeführt werden.

Durch die Übertragung von gewonnenen Erkenntnissen in die fachliche Praxis des Landesdienstes konnten die Methodenkompetenzen des GLD in vielen Bereichen erweitert bzw. vertieft werden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang u.a.:

  • die Plausibilisierung / Konsistenzprüfung von Datenreihen
  • Nutzung von Klimamodellszenarien
  • Modellierung von Klimawandelfolgen mittels Niederschlag-Abfluss-Modellen

Ein wesentlicher Schritt ist zudem die Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse in der wasserwirtschaftlichen Praxis. Hierbei geht es beispielsweise um den zukünftigen Betrieb von Multifunktionsspeichern, die unter dem Einfluss des Klimawandels vor der Herausforderung stehen, das saisonal verstärkt unausgeglichene Wasserdargebot (trockenere Sommer, nassere Winter) zu kompensieren. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse bei der Planung bzw. Neubemessung von Hochwasser-Schutzanlagen Anwendung finden, indem diese flexibel gestaltet werden, um möglichen zukünftigen Veränderungen Rechnung tragen zu können. Auch bei der Ausweisung von Überschwemmungs- und Risikogebieten muss der Klimawandel berücksichtigt werden, wie es z.B. bereits in der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (2007/60/EG) gefordert wird.

Allerdings erscheint die Einführung so genannter Klimafaktoren für die Wasser- wirtschaft in Niedersachsen derzeit auf Grundlage dieser Ergebnisse noch nicht sinnvoll. Die Bandbreite der möglichen Entwicklungen, speziell im Bereich von Extremereignissen, sowie die Auswahl des relativ kleinen Modell-Ensembles erlauben noch keine ausreichend gesicherten Aussagen. Es wird jedoch empfohlen, den Klimawandel und seine Auswirkungen als ein weiteres, qualitatives Bemessungs- kriterium bei wasserwirtschaftlichen Fragestellungen zu berücksichtigen.

Staumauer der Okertalsperre

Staumauer der Okertalsperre (Harz)

Artikel-Informationen

11.08.2015

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln