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Klimaänderungen – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Veränderungen des Klimas hat es bereits seit Beginn der Erdgeschichte vor vielen Millionen Jahren gegeben. Diese Dynamik wurde damals ausschließlich durch natürliche Faktoren bewirkt, wie etwa Erdbahnschwankungen, Plattentektonik oder Vulkanausbrüche. Der Wandel des Klimas vollzog sich zumeist über viele Jahrtausende, konnte manchmal aber auch innerhalb einer kürzeren Zeitspanne erfolgen. Er konnte sich an einigen Orten oder aber auch global bemerkbar machen (z.B. mit mittleren Temperaturunterschieden während der letzten Eis- und Warmzeiten von 10-12 Grad Celsius). Spuren dieser Veränderungen können noch heute gefunden werden, z.B. in Form von Sedimentablagerungen in den Ozeanen, eingeschlossenen Gasen im Eis (in der Antarktis oder Grönland) und auch Entwicklungsphasen von Organismen (Baumringe oder Korallen). Diese Informationen werden auch als sog. Proxy-Daten bezeichnet, da sie keine direkten Messungen liefern, sondern nur indirekte Hinweise auf die veränderten Klimabedingungen. Allgemein gilt jedoch: je weiter wir in die Vergangenheit schauen, desto ungenauer werden die Spuren und damit unserer Kenntnisse über die damaligen Prozesse und Zustände. Die Wissenschaft, die sich mit diesen Dingen beschäftigt nennt man Klima-Paläontologie.

Die „gegenwärtige" Klimaentwicklung wird durch Messungen an einzelnen Punkten der Erde seit etwa dem 18. Jahrhundert und weltweit (durch Stationen, Radar und Satelliten) seit wenigen Jahrzehnten erfasst. Ursachen für heutige Veränderungen sind neben den nach wie vor wirksamen natürlichen Faktoren nach gängiger wissenschaftlicher Meinung seit Beginn der Industrialisierung in zunehmendem Maße auch die Aktivitäten des Menschen (vor allem der Ausstoß von Kohlendioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Kohle oder Gas, und die Veränderung der Landnutzung, wie etwa die Abholzung von Waldflächen). So betrug der Anstieg der mittleren globalen (bodennahen) Temperatur laut dem 4. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) im 20. Jahrhundert +0,7 Grad Celsius. In Deutschland nahm diese Temperatur im gleichen Zeitraum um etwa +1,1 Grad Celsius zu, während die Jahresniederschläge um rund 10 % zunahmen (DWD).

Die mögliche Entwicklung des zukünftigen Klimas wird heutzutage mit Hilfe von leistungsstarken Computern über Modelle simuliert. Diese beinhalten alle (bekannten und verarbeitbaren) Einflussfaktoren, Prozesse und Wechselwirkungen des Klimageschehens. Anhand vorgegebener Szenarien (z.B. dem menschlichen Ausstoß von Kohlendioxid) wird versucht, die mögliche Entwicklung bestimmter Parameter wie Temperatur und Niederschlag zu berechnen. Die Ergebnisse sind aber aufgrund des derzeit noch immer begrenzten Verständnisses der komplexen Prozesse und deren vereinfachter Abbildung im Modell stets mit gewissen Unsicherheiten behaftet und grundsätzlich nicht als Vorhersage, sondern lediglich als eine mögliche Projektion zu sehen. Ähnlich wie bei dem Rückblick in die Vergangenheit des Klimas gilt aber auch hier: je weiter wir uns vom heutigen Zeitpunkt in Richtung Zukunft entfernen, desto ungenauer werden die Aussagen zu der Entwicklung des Klimas. So produzieren gängige Modelle derzeit Projektionen etwa bis zum Jahr 2100. Für Deutschland prognostizieren heutige Klimamodelle im Mittel für ein „gemäßigtes" Entwicklungsszenario eine Temperaturzunahme von +0,7 bis +1,3 Grad (bis 2050) bzw. +2,2 bis +3,4 Grad (bis 2100), für Niedersachsen liegt die Spannweite bei +0,7 bis +1,4 Grad (2050) und +2,4 bis +3,4 Grad (2100). Zudem kann sich das saisonale Verhalten der Niederschläge ändern. Sommerniederschläge sollen demnach um bis zu 20 % abnehmen, während Niederschläge im Winter zwischen 20 und 40 % zunehmen können (bis 2100).

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Artikel-Informationen

23.05.2012

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

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