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Nicht tideoffene Marschengewässer – Subtyp 22.1

In nicht tideoffenen Marschengewässern des Subtyps 22.1 und ggf. in Gewässern mit einem Tidehub < 1m erfolgen die Bewertungen der Makrophyten mittels des BEMA-Verfahrens(Harmonisierung der Verfahren zur Bewertung der Qualitätskomponente Makrophyten in Marschengewässern Nordwestdeutschlands), welches im Auftrag des Landesamtes für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein erstellt wurde. Wie auch beim Makrozoobenthos erfolgen die Bewertungen ausschließlich im Potenzial, da es sich bei den nicht tideoffenen Marschengewässern ausnahmslos um „erheblich veränderte" (HMWB) oder „künstliche" (AWB) Wasserkörper / Gewässer handelt.

Für das WRRL-konforme Bewertungsverfahren BEMA werden hinsichtlich der Makrophytenbesiedlung insgesamt sechs Untereinheiten der Marschengewässer des Subtyps 22.1 unterschieden. Für diese sind jeweils eigene Referenzen für ein gutes/höchstes Potenzial im Sinne der EG-WRRL definiert worden.

 

Grundsätzlich werden die Makrophyten in einem etwa 100 m langen Kartierabschnitt auf der gesamten Breite des Gewässers untersucht. Bei großen Fließgewässern (über 10 m Breite) kann die Bearbeitung getrennt von beiden Ufern aus oder auf nur einer Uferseite erfolgen. Angemessen ist in diesen Fällen eine Bearbeitungsbreite von 5 m oder mehr.

Erfasst werden alle innerhalb der Aufnahmefläche wachsenden bzw. wurzelnden Helo- und Hydrophyten.

Die Deckungsschätzung der auftretenden Arten bezogen auf die Aufnahmefläche erfolgt nach der Londo-Skala. Ferner wird die Gesamtdeckung aller Makrophyten (Hydro- und Helophyten) vor Ort in Prozent geschätzt und notiert.

 

Bei dem indexbasierten BEMA-Verfahren erfolgt neben der Vergabe von Wertpunkten für das qualitative und quantitative Vorkommen von wertgebenden Makrophytenarten auch eine Vergabe zusätzlicher Wertpunkte für Gesamtbedeckung und Artenzahl wertgebender Makrophytenarten sowie für die Anzahl vertretener Wuchsformen. Im Rahmen der Bewertung einer Messstelle werden die jeweils erzielten Wertpunkte zur „Ökologischen Qualitätskennzahl" aufaddiert und über eine Transformationsregel hieraus die ökologische Potenzialklasse errechnet.

Bisher liegt kein frei verfügbares Tool für die Bewertung mit dem BEMA-Verfahren vor. Auf Nachfrage ist es bei den beauftragenden Stellen zu erhalten.

Makrophyten-Aspekt am Dieler Sieltief

Makrophyten-Aspekt am Dieler Sieltief

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Oliver-David Finch

NLWKN Aurich
Oldersumer Straße 48
26603 Aurich
Tel: +49 4941 176-155

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