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Tideoffene Gewässer – Subtyp 22.2 und 22.3

Die Zustands-Bewertung des Makrozoobenthos der tideoffenen (limnischen) Nebengewässer von Elbe, Ems und Weser (Subtyp 22.2) mit einem geringen bis hohen Tidehub (< 2,5 m) erfolgt mittels des auch mit Schleswig-Holstein abgestimmten TOM-Index (Bewertungsverfahren für das Makrozoobenthos tideoffener Marschengewässer), der ebenfalls im Auftrag des NLWKN entwickelt wurde (BIOCONSULT 2009). Ein entsprechendes Bewertungstool mit Kurzanleitung ist frei verfügbar.

Seit 2009 wurden im Rahmen des EG-WRRL-Monitorings standardisierte Datenerhebungen durchgeführt. Bisher hat das TOM-Verfahren für die Gewässerzustände plausible Bewertungsergebnisse geliefert, die allerdings stets - wie bei den anderen Bewertungsverfahren auch - einer Überprüfung durch Experten zu unterziehen sind.

Während der größte Teil der tideoffenen Marschengewässer also mittels des TOM-Indexes bewertet werden kann, wurde für die Zustands-Bewertung der limnischen Tide-Abschnitte von Weser (Subtyp 22.3 Ströme der Marschen), Elbe (Subtyp 22.3 / Typ 20 sandgeprägte Ströme) und Ems (Subtyp 22.2 Flüsse der Marschen) mit einem Tidehub von mehr als 2,5 m bis Februar 2014 im Auftrag des NLWKN das AeTV+-Verfahren entwickelt (Aestuar-Typie-Verfahren „+"; BIOCONSULT & KRIEG 2014).

2014 wurde im Rahmen des EG-WRRL-Monitorings die Testphase mit an das Bewertungsverfahren angepassten Datenerhebungen begonnen, um das AeTV+-Verfahren zu überprüfen und zu plausibilisieren.

Bewertungsergebnisse nach AeTV+ können auch auf die an die Hauptgewässer assoziierten Unterläufe der Nebengewässer des Subtyps 22.2 übertragen werden. Dies ist v.a. dann sinnvoll, wenn die entsprechenden Wasserkörper kurz sind und in der Charakteristik durch den benachbarten Wasserkörper des limnischen Ästuars maßgeblich beeinflusst werden [z.B. Unterläufe von Leda (WK 06039), Geeste (WK 26064) und Este (WK 29027)]. Für diese Gewässerabschnitte erscheint der Verzicht auf separate Untersuchungen plausibel, kann aber in Einzelfällen dennoch sinnvoll sein.

Eine Bewertung zum AeTV(+), welches Zustands- und Potenzialbewertungen des Makrozoobenthos dieser Gewässertypen und von Teilen der Übergangsgewässer (T1) ermöglichen soll, wird derzeit im Rahmen des Gütemessnetzes Übergangs- und Küstengewässer durch den NLWLN, Betriebsstelle Brake-Oldenburg, in enger Zusammenarbeit mit der BfG (Herr M. Wetzel) erstellt.

Makrozoobenthos - Tideoffene Gewässer  

Da alle tideoffenen Marschengewässer entweder als erheblich veränderte (HMWB) oder künstliche Gewässer (AWB) eingestuft sind (mit Ausnahme z.B. der Wümme und der Wischhafener Süderelbe), wurde im Auftrag des NLWKN dem LAWA-Verfahren folgend die Ermittlung des höchsten ökologischen Potenzials (HÖP) und des guten ökologischen Potenzials (GÖP) für das Makrozoobenthos vorgenommen. Der entsprechende Bericht liegt seit April 2015 vor. Mit Fertigstellung dieser fachlichen Bewertungsgrundlagen ist auch eine Potenzial-Bewertung des Makrozoobenthos der tideoffenen, limnischen Gewässer möglich.

Für die tideoffenen (limnischen) Nebengewässer mit einem geringen bis hohen Tidehub (< 2,5 m) (Subtyp 22.2) wurde im Jahr 2016 im Auftrag des NLWKN das TOM-Tool (s.o.) überarbeitet und um die Möglichkeit der Bewertung des Potenzials ergänzt. Für die Bewertung des Potenzials wurden zwei Tools (je eines für niedrigen bzw. hohen Tidenhub) entwickelt (Download hier). Beide Tools liefern neben umfangreichen Bewertungsergebnissen auch Angaben z.B. zum Vorkommen von Neozoen und Brackwassertaxa und Werte zum Biologischen Besiedlungspotenzial Makrozoobenthos (BBM).

Körbchenmuscheln

Körbchenmuscheln

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Oliver-David Finch

NLWKN Aurich
Oldersumer Straße 48
26603 Aurich
Tel: +49 4941 176-155

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