NLWKN klar

Marktentwicklung für Tiere der besonders geschützten Arten

Die Haltung von Tieren der besonders geschützten Arten hat sich in den zurückliegenden Jahren im Hinblick auf das Artenspektrum und die Anzahl von Haltungen in Niedersachsen stark verändert. Dies ergibt eine Auswertung der gemäß Bundesartenschutzverordnung abgegebenen Tierbestandsmeldungen.

Im Jahr 1995 waren Vögel in niedersächsischen Tierhaltungen die dominierende Artengruppe. Die Vogelhaltung machte rund 3/4 und die Reptilienhaltung etwa 1/4 aller Haltungen von besonders geschützten Arten aus. Im Jahr 2007 stellt sich die Situation völlig anders dar. Die Anzahl der Reptilienhaltungen ist gegenüber der Anzahl der Vogelhaltungen so stark angestiegen, dass beide nun etwa gleichstark nebeneinanderstehen. Die Haltungen von Säugetieren und Fischen der besonders geschützen Arten spielen dabei in beiden Jahren zahlenmäßig keine Rolle, lediglich die Amphibienhaltungen besitzen noch einen darstellbaren Umfang von gleichbleibenden zwei Prozent.

Aufteilung der Tierhaltungen  

Insgesamt ist die Anzahl der gemeldeten Haltungen von Tieren der besonders geschützten Arten in Niedersachsen von 1995 bis 2007 auf das 2,6fache angestiegen. Diese Zahl muss allerdings mit Vorsicht betrachtet werden, sie könnte auch einfach durch ein gesteigertes Bewußtsein um die gesetzliche Tierbestandsmeldepflicht zustande gekommen sein. Vergleicht man allerdings die Einfuhrzahlen von 1996 und 2004 für lebende Tiere der besonders geschützten Arten in die BRD, stellt man eine Steigerung von rd. 37.000 auf rd. 69.000 eingeführte Tiere fest. Das entspricht knapp einer Verdopplung. Zusätzlich zu den Importen drängt zunehmend insbesondere bei den Reptilien ein wachsender Anteil inländischer Nachzuchttiere auf den Markt. In Niedersachsen hat sich beispielsweise die Zahl der registrierten Züchter von Landschildkröten von 1995 bis 2007 mehr als verdreifacht. Insofern erscheint die 2,6fache Zunahme der Zahl niedersächsischer Haltungen größenordnungsmäßig plausibel.

Abb. 3
Quelle: Bundesamt für Naturschutz, CITES-Jahresstatistiken 1996 und 2004

Nach Einschätzung des NLWKN ist eine Marktsättigung für Tiere der besonders geschützten Arten insbesondere bei der Artengruppe der Reptilien noch nicht erkennbar.

Wanderfalke
Ansprechpartner:

Jens Leferink

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