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Erprobung klimaschonender Bewirtschaftung von Naturschutzgrünland auf wiedervernässten Niedermoorböden

Klimaschutz durch Moorentwicklung


Der NLWKN - Regionaler Naturschutz - bearbeitet im Zeitraum 01.06.2016 - 31.07.2021 (Bewilligungszeitraum) das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt „Erprobung klimaschonender Bewirtschaftung von Naturschutzgrünland auf wiedervernässten Niedermoorböden“.

Das Projektgebiet mit etwa 2.100 ha wiedervernässtem Niedermoorgrünland in der Dümmerniederung umfasst Natura 2000-Gebiete sowie die Naturschutzgebiete Ochsenmoor ( HA 172), Westliche Dümmerniederung ( WE 262) sowie Huntebruch und Huntebruchwiesen ( HA 204).

Naturschutzgebiet "Ochsenmoor"  
Naturschutzgebiet "Ochsenmoor"
Naturschutzgebiet "Ochsenmoor"  
Naturschutzgebiet "Ochsenmoor"
Naturschutzgebiet "Westliche Dümmerniederung"  
Naturschutzgebiet "Westliche Dümmerniederung"

Ziel des Projektes ist es, die Wasserstandsteuerung im Projektgebiet so auszutarieren und künftig umzusetzen, dass die Ziele von Natura 2000 und des Klimaschutzes maximal erreicht werden. Wirtschaftlich tragfähige Nutzungsmöglichkeiten zur nachhaltigen Grünlandbewirtschaftung bei ganzjährig möglichst hohen Grundwasserständen sollen erprobt und entwickelt werden. Das Vorhaben dient vorrangig dem Erhalt und der optimierten Wiedervernässung des Torfkörpers als Kohlenstoffspeicher.

Das am Dümmer bestehende Grundwassermessnetz wird durch ein den Moorkörper betrachtendes, mit Datenlogger automatisiertes Wasserstandsmonitoring (Relation Grabenwasserstände zu Flächenwasserstände) ergänzt. Es werden ein digitales Geländemodell erstellt sowie Grundwasserflurabstände im Jahresverlauf ermittelt und dokumentiert. Um die tatsächlichen Treibhausgase bilanzieren zu können, wird ein hydrologisches Geländemodell erstellt. Parallel dazu werden die Wasserbedeckung der Flächen und die Grünlandbewirtschaftung (Schnitthäufigkeiten, Mahdtermine, Beweidungsdichten) im Jahresverlauf dokumentiert.

Auf den Grünlandflächen werden Bodenproben zur Analyse der Nährstoffgehalte genommen, die Bestandsdichte der Flatterbinse als Problempflanze für die Grünlandbewirtschaftung sowie die Biotoptypen kartiert. Die Daten werden in Kombination bestehender Erfassungen miteinander in Beziehung gesetzt. So können die Abhängigkeiten von Vernässungsgrad, Treibhausgasemissionen, Binsenausbreitung, wirtschaftlich tragfähiger Bewirtschaftbarkeit und Naturschutzzielen ausgearbeitet werden.

Auf dieser Grundlage wird die Steuerung der Wasserstände ggf. angepasst oder modifiziert (nach Teilflächen mitunter unterschiedlich). Die Bewirtschaftung durch die Landwirte wird so gesteuert, dass einer weiteren Binsenausbreitung infolge der Vernässung durch geeignete Maßnahmen entgegengewirkt werden kann (ggf. Einstellung veränderter Wasserstände, Pflegeschnitte, Umstellung von Mahd-/Weideregime).

Die Ergebnisse werden darlegen, inwieweit die Anforderungen der Naturschutzziele an das Vernässungsregime mit denen des Klimaschutzes und der langfristigen Gewährleistung einer nachhaltigen extensiven Grünlandbewirtschaftung in Einklang zu bringen sind. Es ergeben sich positive Auswirkungen auf andere Schutzgüter, die Lebensräume und die biologische Vielfalt sowie die Erreichung der Natura 2000-Ziele. Weitere positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt insgesamt und auf die Funktion als Wasserspeicher sowie Nähr- und Schadstofffilter ergeben sich aus der Optimierung der Wiedervernässung des Torfkörpers.

Es wird ein Praxis-Leitfaden „Extensive Grünlandbewirtschaftung im wiedervernässten Niedermoor für Naturschutz und Klimaschutz“ erstellt. Dieser kann für neu zu konzipierende Vorhaben in anderen Gebieten Niedersachsens und darüber hinaus Verwendung finden. Zum Projektende wird eine Abschlusstagung durchgeführt, in der die Ergebnisse präsentiert werden.

EFRE  
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Maren Sander

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Am Ochsenmoor 52
D-49448 Hüde
Tel: +49 (0)5443/929994

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