Schriftgröße:
normal gross extragross
Farbkontrast:
hell dunkel

Kläranlagen leisten was!

Lageberichte über die Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen

Der Lagebericht zur Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen gibt den Zustand und die Entwicklung der kommunalen Abwasser- und Klärschlammentsorgung wieder. Seit 1997 wird er alle 2 Jahre gemäß Artikel 16 der EU-Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser (91/271/EWG) erstellt.

Der Lagebericht 2011 zur Beseitigung kommunaler Abwässer in Niedersachsen liegt jetzt vor und kann in der Infospalte als PDF-Datei heruntergeladen werden. Nachfolgend sind die wesentlichen Aussagen des aktuellen Berichtes zur schnellen Information zusammengestellt worden.

Die Qualität der Fließgewässer Niedersachsens entspricht heute zur Hälfte der Gewässergüteklasse 2. Grund dafür ist vor allem der kontinuierliche Ausbau und die betriebliche Optimierung der Abwasserbehandlungsanlagen. Seit 1991 wurden dafür allein in Niedersachsen über 2 Milliarden Euro investiert, die mit Zuwendungen des Landes und der Europäischen Union in Höhe von 500 Millionen Euro gefördert wurden.

Von den knapp acht Millionen Einwohnern Niedersachsens sind cirka 94 % eine öffentliche Kanalisation und an kommunale Abwasserbehandlungsanlagen angeschlossen. Die restlichen Grundstücke werden durch so genannte Kleinkläranlagen entsorgt. In Niedersachsen sind cirka 43.900 km öffentlicher Schmutzwasserkanal und 27.500 km Regenwasserkanal vorhanden. Zusätzlich gibt es noch rund 3.300 km öffentlichen Mischwasserkanal, in dem häusliches Schmutzwasser und gesammeltes Niederschlagswasser gemeinsam abgeleitet werden, sowie geschätzte 100.000 km private Anschlussleitungen.

In Niedersachsen gibt es derzeit 458 kommunale Abwasserbehandlungsanlagen. Diese haben insgesamt eine Reinigungsleistung von rund 14,8 Millionen Einwohnerwerten. Neben der Schmutzfracht aus den häuslichen Abwässern von rund 7,5 Millionen Einwohnern wird in etwa die gleiche Schmutzfracht aus gewerblichen und industriellen Abwässern in diesen Anlagen mitbehandelt. Der durchschnittliche Frachtabbau dieser Anlagen beträgt 96,1 % beim CSB, 95,1 % beim Phosphor (gesamt) und 92,2 % beim Stickstoff (gesamt).

Das Aufkommen des in den Abwasserbehandlungsanlagen anfallenden Klärschlamms ist mit 197.000 Tonnen pro Jahr weiter leicht rückläufig. Der Klärschlamm wird zu 69 Prozent landwirtschaftlich verwertet. Das ist ein Spitzenwert im Bundesdurchschnitt mit Bedeutung für den Stoffkreislauf begrenzter Rohstoffe wie zum Beispiel Phosphor. Andere Entsorgungswege sind die Deponierung, Kompostierung oder Einsatz in der Rekultivierung.

Rund 460.000 Einwohner (5,8 %) entsorgen ihr Abwasser über Kleinkläranlagen, von denen in Niedersachsen noch etwa 150.000 betrieben werden. Die Reinigung muss dabei einer Behandlung in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen gleichwertig sein. Das setzt sowohl eine mechanische als auch eine biologische Reinigungsstufe voraus, da eine Untergrundverrieselung diese Anforderungen nicht erfüllen kann. Zudem müssen die Anlagen für einen ordnungsgemäßen Betrieb regelmäßig und fachgerecht gewartet werden.

Titelseite des Lageberichts 2011 Kommunalabwasser Niedersachsen

Nds. Lageberichte Kommunalabwasser

Übersicht