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Staatliche Vogelschutzwarte

Vögel stehen seit jeher in einem besonderen Verhältnis zum Menschen: Sie sind schön, können gut singen und vor allem faszinieren Vogelflug und Vogelzug. So ist es nicht verwunderlich, dass der Vogelschutzgedanke der Vorläufer des Naturschutzgedankens war.

Staatliche Vogelschutzwarten wurden bereits seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts in verschiedenen Ländern und (heutigen) Bundesländern eingerichtet. Die Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsens ist erst vor knapp 60 Jahren auf privater Initiative gegründet worden. Erst zu Beginn der 1970er Jahre wurde sie in die Fachbehörde für Naturschutz integriert. Die Aufgaben der Staatlichen Vogelschutzwarte haben sich in dieser Zeit stark gewandelt. Früher unterlag auch der Vogelschutz stark dem Schaden-Nutzen-Denken: Sperber wurden verfolgt, weil dieser Meisen frisst. Diese Aufteilung in "gute" und "böse" Vogelarten ist heute überwunden.

Heute ist die Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN Teil einer modernen Naturschutzfachverwaltung und liefert einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt und entsprechender nationaler und niedersächsischer Strategien. In der Vogelschutzwarte werden Grundlagendaten zum Vogelbestand, zur Bestandsentwicklung und Verbreitung gesammelt. Hierzu wird das Vogelartenerfassungsprogramm in enger Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, Institutionen und Verbänden aller Art entwickelt und umgesetzt. Eine enge Kooperation mit der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung e. V. (NOV) ist hierbei von zentraler Bedeutung. Die Auswertungen münden in Bestandsübersichten, Brutvogelatlanten, Karten der für die Vogelwelt besonders wichtigen Gebiete oder Roten Listen der gefährdeten Brutvögel Niedersachsens als Grundlagenmaterial für den Vogelschutz "auf der Fläche". Ebenso fließen die Informationen in Fachveröffentlichungen und das Grundlagenwerk "Die Vögel Niedersachsens" ein: So befruchten sich ehrenamtliches Engagement und behördliches Handeln gegenseitig auf das Beste.

Die Umsetzung des Vogelschutzes in speziellen Schutzmaßnahmen und -programmen ist dabei von besonderer Bedeutung: Goldregenpfeifer, Ortolan, Zwergseeschwalbe, Brachpieper, Weißstorch oder Seeadler sind nur wenige Beispiele für intensive Schutzanstrengungen aus den letzten Jahren. Konzepte dieser Art basieren auf den Daten des Erfassungsprogramms. Als Gebietskulisse steht dabei das Netz der Europäischen Vogelschutzgebiete im Rahmen von Natura 2000 im Vordergrund.

Nicht zu vergessen ist der angewandte Vogelschutz. Wie kaum eine andere Tiergruppe kommen Vögel mit Anlagen verschiedenster Art in Berührung und dadurch in Bedrängnis: Überlandleitungen, Windkraftanlagen, Straßen sind hierfür Beispiele. Durch ihr ausgeprägtes Sozialverhalten und ihre gut ausgebildeten Sinne sind gerade Vögel von Freizeit- und Sportaktivitäten des Menschen berührt, sie werden gestört. Um das Ausmaß des Störeffekts zu erkennen, sind ebenfalls vertiefende Untersuchungen im angewandten Vogelschutz erforderlich, die von der Vogelschutzwarte koordiniert oder selbst durchgeführt werden.

Vögel sind Teil des europäischen Naturerbes und Teil der heimischen Biodiversität: Ihr Erhalt ist eine Aufgabe für alle, die Vogelschutzwarte hat sich dies zu ihrer Aufgabe gemacht.

Wachtelkönig

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