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Online-Bürgerbefragung zu Klimawandel und Hochwasserrisiken: Die Ergebnisse

Wenn es um Klimawandel und steigende Hochwasserrisiken geht, wird zunehmend eine stärkere Einbeziehung des Bürgers gefordert. Wer könnte dazu besser Auskunft geben als die Betroffenen selbst, die Bürgerinnen und Bürger Niedersachsens. Deshalb hat der NLWKN in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover eine Online-Bürgerbefragung organisiert: „Bürger mit ins Boot holen - aber wie?" Ziel der gemeinsamen Befragung war es, das derzeitige Bewusstsein für Klimawandel und Hochwasserrisiko zu erfassen und ein Meinungsbild einzufangen, wie die niedersächsische Bevölkerung zukünftig informiert und beteiligt werden möchte.

Insgesamt haben 1763 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Für die meisten Teilnehmer ist Klimawandel ein wichtiges Thema und die Mehrheit sieht bereits einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Hochwasserrisiko in der eigenen Region. Trotzdem wird das eigene Risiko eher gering eingeschätzt. Dementsprechend betreiben bisher auch nur 19% private Vorkehrungen zum Hochwasserschutz. Die Mehrheit davon war bereits von Hochwasser betroffen. Hochwasservorsorge und Katastrophenbewältigung werden primär öffentlichen Einrichtungen zugeschrieben, während die Eigenverantwortung des Bürgers deutlich geringer eingeschätzt wird. Tatsächlich ist jedoch gemäß dem Gesetz zur Neuregelung des Wasserrechts (WHG) jede Person, die durch Hochwasserbetroffen sein kann, verpflichtet geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser zu treffen. Eine weitergehende Sensibilisierung ist demzufolge nötig.

Auch wünschen sich die befragten Bürgerinnen und Bürger eine Verbesserung des Informations- und Partizipationsangebots in hochwassergefährdeten Gebieten in Niedersachsen. Knapp drei Viertel derjenigen, die das Hochwasserrisiko am eigenen Wohnort als „sehr hoch" einschätzen, fühlen sich nicht ausreichend informiert und möchten stärker involviert werden. Als besonders geeignete Informationskanäle sehen die Bürgerinnen und Bürger die Presse und das Internet.

Der NLWKN verweist in diesem Zusammenhang auf seine schon bestehenden Informationsangebote. Unter der Internetadresse www.nlwkn.niedersachsen. de finden sich zahlreiche Information rund um das Thema Hochwasser. So können aktuelle Messwerte für Binnen- und Tidepegel, Informationen der Hochwasservorhersagezentrale und der Warndienste abgerufen werden. Darüber hinaus können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger anhand einer interaktiven Karte über die Überschwemmungsgebiete in ihrer Region und über die Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie in Niedersachsen auf den Internetseiten des NLWKN informieren.

Der NLWKN ist Teil des Forschungsverbundes KLIFF („Klimafolgenforschung in Niedersachsen"). Im Rahmen dessen setzt sich der NLWKN im KLIFWA-Projekt mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserverfügbarkeit, Hochwasserrisiko und Gewässerbelastung auseinander und sucht gezielt nach Verbesserungsmöglichkeiten von Kommunikationsstrategien in Niedersachsen (für weitere Informationen siehe: Kliff, KLIFWA).

Zeitgleich entwickelt die Landeshauptstadt Hannover im Rahmen des EU-Interreg-Projekts MARE lokale Anpassungsmaßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserrisikomanagements (für weitere Informationen siehe: MARE, HOCHWASSERSCHUTZ HANNOVER).

NLWKN

Januar 2011 in Hann. Münden: Das Hochwasser hielt die Stadt tagelang in Atem.

NLWKN

Ergebnis der Bürgerbefragung zum Hochwasserschutz

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