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Vergleichende Landschaftsfotografie

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen


Heft 4/05, 28 S., 30 Abbildungen, 2,50 €
von Michael Jürging & Uwe Schmida

Inhalt
Vorwort
1 Einführung
2 Standortrecherchen

2.1 Grundsätzliche Empfehlungen
2.2 Beispiel 1: Suchraum und Karteninterpretation
2.3 Beispiel 2: Interpretation des Bildmotivs
2.4 Beispiel 3: Synthetische Standortrecherche
3 Fotografische Grundlagen und technische Ausrüstung
3.1 Kamerasysteme und Objektive
3.2 Filmmaterial
3.3 Digitale Fotografie
3.4 Tipps und Tricks zum Fotografieren im Gelände
4 Dokumentarische Aufbereitung des Bildmaterials
4.1 Schritt 1: Digitalisierung aller Fotos und Karten
4.2 Schritt 2: Archivierung
4.3 Schritt 3: Visualisierung der Fotovergleiche
5 Anwendungsmöglichkeiten
5.1 Dokumentation von Landschaftsveränderungen
5.2 Naturschutzgeschichte(n) hinter den Motiven
5.3 Ausstellungen
5.4 Erzählcafé
5.5 Entdeckertouren
6 Zusammenfassung
7 Literatur

Vorwort
Natur und Landschaft unterliegen stetigen Veränderungen. "Nur der Wandel hat Bestand" lautet denn auch der Titel einer aktuellen Wanderausstellung des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU), die Vergleichsfotos aus 100 Jahren niedersächsischer Landschaftsgeschichte zeigt. Der Titel bringt es auf den Punkt: Ob mit oder ohne Zutun des Menschen, ob beabsichtigte oder unbeabsichtigte Landschaftsveränderung: Nichts bleibt so, wie es ist. Diese simple Erkenntnis ist zunächst wertfrei, andererseits gilt: Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart, ihren Zustand und ihre Entwicklungsrichtung als Grundlage der Zukunftsgestaltung beurteilen.

Landschaftsveränderungen können in ganz unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität ablaufen. Einschneidende, rasche Veränderungen, wie z.B. der Bau einer Autobahn durch ein Waldgebiet, der Umbau eines Stauwehrs in eine Sohlgleite oder die natürliche Verlagerung eines Fließgewässers nach einem Hochwasser, werden von den meisten Menschen zwar wahrgenommen. Da aber der vorherige, mehr oder weniger radikal verändert Zustand in dem neuen Erscheinungsbild oft nicht mehr zu erkennen ist, verblasst auch schnell dessen Bild in der Erinnerung und damit die Vergleichsmöglichkeit.

Die Mehrheit der Landschaftsveränderungen aber laufen langsam ab: die allmähliche Ausräumung der Landschaft durch Entfernen von Hecken und Wegrainen, die Wiederbewaldung kleiner Bachtäler nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung oder die Vegetationsveränderung ehemals nährstoffarmer Lebensräume durch die allgemeine Eutrophierung der Landschaft. Solche schleichenden Landschaftsveränderungen in vielen kleinen Schritten über längere Zeiträume sind besonders schwer wahrnehmbar. Das führt dann zu extrem unterschiedlichen Beurteilungen, denn mangels Vergleichsmöglichkeit wird der jeweilige Landschaftszustand entweder als normal (das war schon immer so) oder als sehr negativ (früher war hier alles noch soundso) angesehen.

Aus Sicht des Naturschutzes werden Landschaftsveränderungen – je nach der jeweiligen Zielsetzung – ganz unterschiedlich bewertet. So wird die spontane Ansiedlung von Gehölzen auf einem Gewässerrandstreifen an einem Bachlauf sicher als positiv für den Naturschutz empfunden. Bei spontanen Gehölzansiedlungen auf artenreichen Halbtrockenrasen oder in Kernbereichen von Hochmooren wird diese Veränderung wohl eher negativ beurteilt.

In Schutzgebieten kann die regelmäßige Fotodokumentation von ausgewählten Standorten einen guten Überblick über die Entwicklung dieser Gebiete geben – z.B. als ein Baustein für das Monitoring in Natura 2000-Gebieten. Neben dieser in die Zukunft gerichteten Dokumentation wird für eine Reihe von Gebieten auch ein rückblickender Vergleich anhand von historischen Fotos möglich sein.

Es gibt also die unterschiedlichsten Gründe für und die unterschiedlichsten Beurteilungen von Landschaftsveränderungen. Wir können uns aber nur damit auseinandersetzen, wenn wir sie überhaupt bemerken bzw. erkennen.

Wir hoffen, dass wir den Leserinnen und Lesern mit den folgenden Erläuterungen einen pragmatischen Leitfaden für eigene Standortrecherchen, eigene Fotodokumentationen und den Umgang mit der Fototechnik zur Verfügung stellen.
Schriftleitung

Zusammenfassung nach oben
Vergleichende Landschaftsfotografie, d.h. die Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Fotos mit identischem Motivausschnitt, ist eine besonders geeignete Methode, um Veränderungen von Natur und Landschaft öffentlichkeitswirksam darzustellen. Jeder Betrachter ist in der Lage auch ohne fachliche Vorkenntnisse aus den Bildern Unterschiede zwischen früher und heute herauszulesen und seine eigenen Eindrücke zu bewerten.

In der vorliegenden Broschüre erläutern die beiden Autoren, wie die Methode in der Praxis funktioniert. In Kap. 2 wird anhand konkreter Beispiele mit steigendem Schwierigkeitsgrad beschrieben, wie die historischen Fotostandorte entschlüsselt werden können. Kap. 3 geht auf die Fototechnik als Grundlage gelungener Vergleichsbilder ein. In Kap. 4 wird die dokumentarische Aufbereitung erläutert, damit das Bildmaterial auch auf Dauer von Nutzen ist. Abschließend werden im Kap. 5 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die Leserinnen und Leser sollen damit einen Leitfaden an die Hand bekommen, der zu eigenen Versuchen ermutigt bzw. den eigenen Erfahrungsschatz um einige Tipps und Tricks bereichert.

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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