NLWKN klar

Wenn gebietsfremde Tiere und Pflanzen zu Invasoren werden

Aus Naturschutzsicht werden unterschiedliche Auffassungen zur Anwesenheit gebietsfremder Arten vertreten. Man sollte aber dabei zwischen Arten unterscheiden, die sich eher unauffällig in die bestehende Lebensgemeinschaft einpassen und den so genannten invasiven Arten, die durch ihr massenhaftes und weit verbreitetes Auftreten heimische Arten verdrängen, das Landschaftsbild deutlich verändern oder ökosystemare Dienstleistungen wie Trinkwasserbereitstellung, Biomasseproduktion, Bodenentwicklung usw. negativ beeinflussen.

In dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt, das 1992 in Rio de Janeiro auch von der Europäischen Union unterzeichnet wurde, werden invasive Arten als eine wesentliche Bedrohung der globalen Biodiversität eingestuft. Das Übereinkommen verpflichtet daher die Unterzeichnerstaaten, die Einbringung invasiver Arten zu verhindern und bereits vorhandene invasive Arten zu kontrollieren oder auszurotten.

Die Erfahrungen mit der Bekämpfung bereits großflächig vorkommender invasiver Arten zeigen, dass in den allermeisten Fällen eine Ausrottung nicht mehr möglich ist. Hier kann es für den Naturschutz nur noch darum gehen, das Auftreten invasiver Arten auf besonders wertvollen Flächen zu kontrollieren. Eine Liste mit Namen dieser Arten ist beim Bundesamt für Naturschutz als sog. „Schwarze Liste - Managementliste" in Vorbereitung.

Anders stellt sich die Situation für solche Arten dar, die in Deutschland noch nicht oder nur in ganz wenigen kleinen Beständen vorkommen. Weiß man von diesen Arten aufgrund einer durchgeführten Risikoanalyse, dass sie in Deutschland invasiven Charakter entfalten können, ist hier frühzeitiges Handeln erfolgversprechend. Eine Liste solcher Arten ist ebenfalls beim Bundesamt für Naturschutz als „Schwarze Liste - Warnliste" sowie „Schwarze Liste - Aktionsliste" in Vorbereitung.

Am besten ist es allerdings, wenn gebietsfremde Arten erst gar nicht erst in die freie Landschaft gelangen. Und dazu kann jeder von uns mit ein paar ganz einfachen Verhaltensregeln beitragen. Lesen Sie hier mehr.

Weitere Informationen zum Thema gebietsfremder Arten in Deutschland finden Sie beim Bundesamt für Naturschutz.

Ein Blick über den Tellerrand in unsere Nachbarländer können Sie hier wagen:
Schweiz (Bundesamt für Umwelt)
Österreich (Umweltbundesamt)

Zum Thema "Invasive Arten" ist im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 4/2010 ein Artikel erschienen:
KAUFMANN, W. (2010): Invasive Arten in der Naturschutzpraxis. - Inform.d. Naturschutz Niedersachs. 30, Nr. 4 (4/10): 239-248.
Der Artikel steht hier als PDF zum Download zur Verfügung (1,8 MB).

Staudenknöterich

Staudenknöterich-Hybride. Die beiden ostasiatischen Ausgangsarten, Japan- und Sachalinknöterich, sind aus Gärten, als Wildfutteransaaten und als Böschungsbefestiger in die Landschaft gelangt. Foto: Michael Gasperl (Wikipedia)

sche Wegschnecke

Spanische Wegschnecke. Diese südwesteuropäische Nacktschneckenart gelangte mit Pflanzentransporten nach Mitteleuropa. Foto: Håkan Svensson (Wikipedia)

Artikel-Informationen

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln