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Merkmale der Schutzkategorien

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. das Niedersächsische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (NAGBNatSchG) geben die Kriterien zur Ausweisung von geschützten Teilen von Natur und Landschaft vor.

In der nachstehenden Tabelle sind einige Merkmale der verschiedenen Schutzkategorien vereinfacht und in allgemeiner Form dargestellt.

Schutzkategorie Unterschutz-
stellung durch
Schutzwürdigkeit,
Allgemeiner Schutzzweck
Schutz-
intensität
räumliche
Ausdehnung
Nationalpark
§ 24 BNatSchG
§ 17 NAGBNatSchG
Gesetz Großräumige, weitgehend unzerschnittene Gebiete von besonderer Eigenart,
in überwiegendem Teil des Gebietes soll der möglichst ungestörte Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet werden.
hoch (wie Naturschutz
gebiete, mit Ausnahmen wegen Großräumigkeit und Besiedlung)
großräumig:
15.832 ha (Harz) bzw.345.844 ha (Nieder-
sächsisches Wattenmeer)
Nationales Naturmonument
§ 24 BNatSchG
§ 17 NAGBNatSchG
Verordnung der obersten Naturschutzbehörde herausragende Bedeutung aus wissenschaftlichen, naturgeschicht-lichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und Seltenheit, Eigenart und Schönheit hoch (wie Naturschutz
gebiete)
bisher kein Nationales Naturmonument in Niedersachsen ausgewiesen
Naturschutzgebiet
§ 23 BNatSchG
§ 16 NAGBNatSchG
Verordnung der Landkreise, bestimmter Städte und der Region Hannover als untere Naturschutzbehörde Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskundliche Gründe oder
Seltenheit, besondere Eigenart oder hervorragende Schönheit
hoch sehr unter-
schiedlich, landesweiter Durchschnitt rund 240 ha je NSG
Naturdenkmal
§ 28 BNatSchG
§ 21 NAGBNatSchG
Verordnung der Landkreise, bestimmter Städte, der Region Hannover sowie Satzungen einzelner Gemeinden in der Region Hannover als untere Naturschutzbehörde wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskundliche Gründe oder
Seltenheit, Eigenart oder Schönheit
hoch einzelne Natur
schöpfungen (überwiegend Bäume), z.T. mit (geringer) flächenhafter Ausprägung
Biosphärenreservat1
§ 25 BNatSchG
§ 18 NAGBNatSchG
Gesetz Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten und
beispielhafte Entwicklung und Erprobung von Wirtschaftsweisen, die die Naturgüter besonders schonen
differenziert in Zonen: geschützt wie NSG, wie LSG, ohne besonderen Schutz großräumig: 56.760 ha (Niedersäch-
sische Elbtalaue)
Landschafts-
schutzgebiet
§ 26 BNatSchG
§ 19 NAGBNatSchG
Verordnung der Landkreise, bestimmter Städte und der Region Hannover als untere Naturschutzbehörde Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerations
fähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter, einschließlich des Schutzes von Lebensstätten und Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten,
Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder besondere kulturhistorische Bedeutung der Landschaft oder
besondere Bedeutung für die Erholung
weniger hoch sehr unter-
schiedlich, landesweiter Durchschnitt rund 710 ha je LSG
Geschützter Landschafts-
bestandteil
§ 29 BNatSchG
§ 22 NAGBNatSchG
Satzung der Gemeinden bzw. Verordnung der Landkreise, bestimmter Städte und der Region Hannover als untere Naturschutzbehörde Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts,
Belebung, Gliederung oder Pflege des Orts- und Landschaftsbildes,
Abwehr schädlicher Einwirkungen oder
Bedeutung als Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten
weniger hoch Bäume, Hecken, Wasserläufe u.a. Landschafts
bestandteile (überwiegend Bäume bzw. Baumschutz- Satzungen), z.T. mit (geringer) flächenhafter Ausprägung
Wallhecke
§ 29 BNatSchG
§ 22 Abs. 3 NAGBNatSchG
Naturschutzgesetz direkt Mit Bäumen oder Sträuchern bewachsene Wälle, die als Einfriedung dienen oder dienten, auch wenn sie zur Wiederherstellung oder naturräumlich-standörtlich sinnvollen Ergänzung des traditionellen Wallheckennetzes neu angelegt worden sind. relativ hoch unterschied-
liche Längen
Gesetzlich geschützter Biotop
§ 30 BNatSchG
§ 24 NAGBNatSchG
Naturschutzgesetz direkt besondere Bedeutung als Biotop (nur für die in den Naturschutzgesetzen aufgeführten Biotoptypen) relativ hoch unterschiedlich, überwiegend kleinere Flächen
Naturpark
§ 27 BNatSchG
§ 20 NAGBNatSchG

Mehr Infos beim MU...
Erklärung der obersten Naturschutzbehörde Gebiete, die sich wegen der landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen und in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird,
die nach den Erfordernissen der Raumordnung für Erholung vorgesehen sind,
der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und ihrer Arten- und Biotopvielfalt dienen und in denen zu diesem Zweck eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt wird und
die besonders geeignet sind, eine nachhaltige Regionalentwicklung zu fördern.
großteils aus Natur- und Landschafts
schutzgebieten bestehend, kein zusätzlicher Schutz

großräumig

1 Bei den Biosphärenreservaten ist zu unterscheiden zwischen Biosphärenreservaten, die rechtsverbindlich gemäß Bundes- bzw. Landesnaturschutzgesetz festgesetzt werden und Biosphärenreservaten, die durch die UNESCO anerkannt werden.

Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) rief 1970 das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (Man and the Biosphere; MAB) ins Leben. Ziel des Programms ist u.a. der Aufbau eines weltumspannenden Netzes von Biosphärenreservaten, Gebieten, die repräsentative Ausschnitte aller biogeographischen Räume der Erde erfassen sollen. Ein Gebiet muss bestimmte strukturelle und funktionale Kriterien erfüllen, um als Biosphärenreservat durch die UNESCO anerkannt zu werden, d.h. dieses internationale Prädikat zu erhalten. Kriterien dafür sind Repräsentativität, Flächengröße, Zonierung, rechtliche Sicherung, nachhaltige Nutzung und Entwicklung, Forschung und vieles andere mehr. Mit der Anerkennung ist automatisch die Aufnahme in den internationalen Verbund der Biosphärenreservate verbunden.

In Niedersachsen gibt es zwei UNESCO-Biosphärenreservate: das länderübergreifende Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe (in Niedersachsen deckungsgleich mit dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue) und das UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer (entspricht den Grenzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer von 2001).

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Alexander Harms

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