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Naturschutzgebiet "Juliushütte"

Kennzeichen: NSG BR 087


Das ca. 22 ha große Naturschutzgebiet "Juliushütte" liegt etwa 3 km südöstlich von Walkenried, im Naturraum südliches Harzvorland (Walkenrieder Zechstein Hügelland). Das Naturschutzgebiet wird geprägt von Steilwänden und Felsterrassen mit einem kleinräumigen Wechsel unterschiedlichster Expositionen, Neigungen und Oberflächenformungen, die zwischen 1884 und 1930 durch den Abbau des anstehenden Gipses entstanden sind (Gipsfabrik von Julius Bergmann). Typische Karsterscheinungen, hervorgerufen durch die natürliche Verwitterung des Gipses, sind stellenweise deutlich zu erkennen.

Aufgrund der anthropogenen Überformung dieses Gebietes sind in Abhängigkeit von den Standortverhältnissen Pionier- und Sukzessionswälder unterschiedlicher Ausprägung aufgewachsen. Laub- und Nadelbäume wurden aufgeforstet. Kleinere Feuchtbiotope wie Rinnsale, Gräben, Waldtümpel, Kleingewässer ebenso wie Verlandungsgesellschaften und Feuchtwälder treten insbesondere in der Nachbarschaft zum Kleinen Pontelteich im angrenzenden Naturschutzgebiet "Itelteich" auf. Gipsfelsfluren und Kalkrasen unterschiedlicher Ausprägung haben sich auf flachgründigen trockenen Standorten eingestellt.

Die besondere Bedeutung des Naturschutzgebietes liegt in der kleinräumigen Standortvielfalt, der Vielfalt an Sekundärbiotopen und dem Vorkommen der vielfältigen Formenelemente der Karstlandschaft. Darüber hinaus erfüllt es eine Pufferfunktion für die angrenzenden Naturschutzgebiete und trägt dazu bei, dass ein großräumiger Ausschnitt aus der südniedersächsischen Gipskarstlandschaft bis an die Landesgrenze zu Thüringen für zahlreiche schutzbedürftige wild wachsende Pflanzen und wild lebende Tiere sowie deren Lebensgemeinschaften gesichert wird.

In diesem Naturschutzgebiet befinden sich die baulichen Überreste des Außenlagers des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau, in dem Tausende von Menschen in der Zeit der Nazidiktatur ermordet wurden.

Das NSG ist Teil des FFH-Gebietes 136 "Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa" und gehört damit zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Die Naturschutzgebiete BR 002 "Itelteich", BR 003 "Priorteich/ Sachsenstein", BR 087 "Juliushütte" und BR 129 "Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried" grenzen aneinander und dienen zusammen dem Schutz der Gipskarstlandschaft.

Zuständig ist der Landkreis Göttingen als untere Naturschutzbehörde.

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Übersichtskarte des Schutzgebietes  

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amts- bzw. Ministerialblattblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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