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Naturschutzgebiet "Blockschutthalden am Rammelsberg"

Kennzeichen: NSG BR 058


Vor etwa 390 Millionen Jahren entstand durch geologische Prozesse im Bereich des heutigen Rammelsberges eine einzigartige Buntmetallerz-Lagerstätte, die durch Gebirgsbildung und Verwitterung bis an die Erdoberfläche gelangte. Die Menschen beeinflussten seit der Bronzezeit – um 1.000 v. Chr. – Landschaft und Natur durch die Nutzung der hier anfangs relativ einfach abzubauenden Erze (Zinn, Kupfer, Blei, Silber u.a.). Das Bild des Rammelsberges wurde dadurch nachhaltig verändert. So entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die ursprünglich reine Waldlandschaft zu einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit Wiesen, Waldanteilen und den noch vorhandenen Industriegebäuden.

Neben Bergbaurelikten wie dem Herzberger Teich, den mittelalterlichen Bergspalten am Ramseck und den Erzabfuhrwegen prägen insbesondere die ehemaligen Steinbrüche und Blockschutthalden das Antlitz des Rammelsberges in auffälliger Weise. Diese Zeugen der Vergangenheit haben einen hohen geschichtlichen Stellenwert und gehören zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Auf den ersten Blick erscheinen die weitgehend kahlen Steinbruch- und Haldenflächen des Rammelsberges äußerst unwirtlich. Es sind Extremstandorte, die nur von wenigen an diese Lebensbedingungen angepassten Organismen besiedelt werden können. Zu solchen Pionieren in der Vegetationsabfolge gehören Flechten, die seit Millionen von Jahren auf der Erde vorkommen. Am Nordwesthang des Rammelsberges kommen 62 Flechtenarten vor. Eine Besonderheit sind am Rammelsberg die Flechten, die hier mit 12 Arten sogar auf schwermetallhaltigem Gestein überleben können. Weltweit einzigartig ist die nur am Rammelsberg vorkommende Flechte Lecidea ullrichii, die 1982 von dem Goslarer Flechtenforscher Hans Ullrich entdeckt und nach ihm benannt wurde.

Extremstandorte wie die Blockschutthalden am Rammelsberg mit den dort vorkommenden Flechtenarten sind in Niedersachsen äußerst selten und damit für den Naturschutz überaus wertvoll. Zum Schutz dieser einzigartigen Standorte und der daran gebundenen Pflanzen- und Tierarten wurde 1983 das Naturschutzgebiet "Blockschutthalden am Rammelsberg" ausgewiesen und 1990 auf seine derzeitige Größe von rd. 18,5 ha erweitert.

Zuständig ist der Landkreis Goslar als Naturschutzbehörde.

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NSG "Blockschutthalden am Rammelsberg"  
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Übersichtskarte des Schutzgebietes  

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amts- bzw. Ministerialblattblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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