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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hellental"

(NSG BR 104 / HA 149)


Verordnung über das Naturschutzgebiet "Hellental" in der Gemeinde Heinade, Samtgemeinde Stadtoldendorf, und der Stadt Holzminden, Landkreis Holzminden, sowie in der Stadt Dassel und im gemeindefreien Gebiet Solling, Landkreis Northeim, vom 20.09.1990

Auf Grund der §§ 24, 29, 30 und 55 Abs. 3 Satz 1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes i. d. F. vom 2.7.1990 (Nds. GVBI. S. 235) wird verordnet:

§ 1 Naturschutzgebiet

(1) Das in den Absätzen 2 und 3 näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Hellental" erklärt.

(2) Das Naturschutzgebiet liegt südwestlich des Ortes Hellental zum Teil im Landkreis Holzminden in den Gemarkungen Hellental und Merxhausen, Gemeinde Heinade, Samtgemeinde Stadtoldendorf, und in der Gemarkung Silberborn, Stadt Holzminden, sowie zum Teil im Landkreis Northeim in der Gemarkung Mackensen, Stadt Dassel, und in der Gemarkung Solling, gemeindefreies Gebiet Solling.

(3) Die Abgrenzung des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der mitveröffentlichten Karte. Die Grenze ist dort durch eine Punktreihe dargestellt. Sie verläuft auf der Linie, die die Punktreihe von außen berührt.

(4) Das Naturschutzgebiet ist etwa 182 ha groß. 54 ha liegen im Landkreis Northeim, 128 ha im Landkreis Holzminden.

§ 2 Schutzzweck

(1) Das Naturschutzgebiet "Hellental" liegt am Nordostrand des Sollings und stellt ein charakteristisches - tief in die Sollinghochfläche eingeschnittenes - Tal dar, das mäßig steile, vorwiegend als Weideland genutzte Hänge aufweist.

Längsachse des Naturschutzgebietes ist der naturnahe Wiesenbach "Helle", der von kleinen Feuchtwiesen und einigen Ufergehölzen begleitet wird. Die "Helle" besitzt schnellfließendes, klares, nährstoffarmes Wasser. Die im Gebiet vorzufindenden Bachschwinden stellen als typische Karstformen eine geologische Besonderheit dar.

Der Südwestteil des Gebietes zeichnet sich durch das Vorhandensein von quelligen Feuchtwiesen und feuchten Borstgrasrasen aus. Hinzu kommen Reste montaner Bergwiesen, die vergleichbar in Niedersachsen nur noch im Harz vorkommen. Ein Erlenquellwald, Waldbinsen- und Waldsimsensümpfe sowie Ohrweidengebüsche bereichern die dortige naturnahe Bachniederung.

(2) Schutzzweck dieser Verordnung ist der Schutz, die Pflege und die Entwicklung

- eines Sollingtales mit seiner charakteristischen Vielfalt;

- des Gebietes als Lebensraum standorttypischer, teilweise hochgradig bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensgemeinschaften;

- des Landschaftsbildes in seiner Vielfalt, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit

§ 3 Verbote

(1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Das Naturschutzgebiet darf außerhalb der im Gelände gekennzeichneten Wege nicht betreten werden.

(3) Ferner ist es verboten, im Naturschutzgebiet Hunde frei laufen zu lassen.

(4) Es ist verboten, innerhalb sowie außerhalb des Naturschutzgebietes in einer Zone von 500 m Breite um das Naturschutzgebiet Modellflug zu betreiben.

(5) Im Jagdrecht geregelte Belange werden durch diese Verordnung nicht berührt.

§ 4 Freistellungen

Von den Verboten des § 3 sind freigestellt:

a) das Betreten des Gebietes durch die Eigentümer und Nutzungsberechtigten;

b) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Grünlandes, jedoch ohne Reliefveränderung, Umbruch, zusätzliche Entwässerung und Gülleausbringung; chemische Pflanzenschutzmittel dürfen horstweise eingesetzt werden;

c) die naturnahe forstliche Bewirtschaftung der Waldflächen; bei der Verjüngung sind ausschließlich standortgemäße einheimische Baumarten zu verwenden;

d) Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung des Naturschutzgebietes, die im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde durchgeführt werden;

e) die ordnungsgemäße mechanische Unterhaltung von Gewässern, soweit eine gesetzliche Unterhaltungspflicht besteht, nach Maßgabe eines von der Wasserbehörde im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde genehmigten Unterhaltungsrahmenplans;

f) Maßnahmen zur Unterhaltung der Wege und des 10-KV-Erdkabels im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde;

g) die weitere Nutzung der Wassergewinnungsanlage "Henkenborn" als Notanlage im bisherigen Umfang;

h) die Wahrnehmung von bergrechtlichen Erlaubnissen und Bewilligungen, die beim Inkrafttreten dieser Verordnung bestandskräftig sind; die Veränderung bestehender Anlagen bzw. die Neueinrichtung nur im Einvernehmen mit der oberen Naturschutzbehörde.

§ 5 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

(1) Maßnahmen nach § 4 Buchst. d erfolgen auf der Grundlage des Schutzzwecks und daraus abgeleiteter Grundsätze.

(2) Maßnahmen nach § 4 Buchst. c sind in einen Pflegeplan aufzunehmen, der Bestandteil des forstlichen Einrichtungswerkes ist.

(3) Zur Pflege und zur Entwicklung des Gebietes außerhalb der geschlossenen Waldflächen sind von den Eigentümern oder Nutzungsberechtigten folgende Maßnahmen zu dulden:

a) das Entfernen von Bäumen und Sträuchern,

b) die Beseitigung von Nadelbaumkulturen zur Wiederherstellung ehemaligen Grünlandes,

c) Maßnahmen zur Entwicklung artenreicher Grünlandflächen.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die obere Naturschutzbehörde auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 7 Verstöße

(1) Wer den in § 3 aufgeführten Verboten zuwiderhandelt, begeht gemäß § 64 Nr. 1 oder 4 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes eine Ordnungswidrigkeit oder gemäß § 329 Abs. 3 oder § 330 des Strafgesetzbuches eine strafbare Handlung.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann gemäß § 65 Abs. 1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu 10.000 DM, bei Verstößen gegen § 3 Abs. 1 bis zu 50.000 DM, geahndet werden.

§ 8 Zuständigkeiten

Für die Durchführung dieser Verordnung sind im Regierungsbezirk Braunschweig die Bezirksregierung Braunschweig als obere und der Landkreis Northeim als untere Naturschutzbehörde sowie im Regierungsbezirk Hannover die Bezirksregierung Hannover als obere und der Landkreis Holzminden als untere Naturschutzbehörde zuständig.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Niedersächsischen Ministerialblatt in Kraft.

Hannover, den 20.09.1990

Bezirksregierung Hannover

Im Auftrage

Meyer

Abteilungsdirektor

Nds. MBl. Nr. 32/1990 (S. 1152)

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amts- bzw. Ministerialblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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