NLWKN klar

Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Breites Wasser"

(NSG LÜ 053)


Amtsblatt der Regierung in Stade 1963, Seite 123

V e r o r d n u n g über das Naturschutzgebiet ”Breites Wasser” im Landkreis Osterholz

Aufgrund der §§ 4, 12 Abs. 2, 13 Abs. 2, 15,16 Abs. 2 und 23 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Dritten Änderungsgesetzes vom 20. Januar 1938 (RGBl. I S. 36) sowie des § 7 Abs. 1, 5, 6 und § 17 der Durchführungsverordnung vom 31. Oktober 1935 (RGBl. I S. 1275) in der Fassung der Ergänzungsverordnung vom 16. September 1938 (RGBl. I S. 1184) wird mit Zustimmung des Niedersächsischen Kultusministers als oberste Naturschutzbehörde sowie mit Ermächtigung des Landkreises Osterholz in Osterholz-Scharmbeck als zuständige Jagdbehörde folgendes verordnet:

§ 1

Das ”Breite Wasser” einschließlich seiner umgebenden Niederungen in den Gemarkungen Teufelsmoor, Worpswede und Pennigbüttel des Landkreises Osterholz wird in dem in § 2 näher bezeichneten Umfang mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung als ”Naturschutzgebiet Breites Wasser” mit der Nummer St 25 in das Landesnaturschutzbuch eingetragen und damit zur Erhaltung eines Beispiels einer naturnahen Flussniederungslandschaft einschließlich ihrer Tier- und Pflanzenwelt unter den Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes gestellt.

§ 2

(1) Das Gebiet umfasst in der
Gemarkung Teufelsmoor Flur 19 Flurstücke: sämtliche, ausgenommen Flurstück 10 (Weg entlang der Hamme), Flurstück 11 (Hamme);
Gemarkung Teufelsmoor Flur 20 Flurstücke: sämtliche, ausgenommen Flurstücke 2,3, 4 usw. bis 12;
Gemarkung Teufelsmoor Flur 11, Flurstücke: sämtliche;
Gemarkung Worpswede Flur 10, Flurstück 42;
Gemarkung Pennigbüttel Flur 13, Flurstück 29 (Westteil der ”Beek”;
Gemarkung Pennigbüttel Flur 12, Flurstück 55 (Westteil der ”Beek”);
Gemarkung Pennigbüttel Flur 11, Flurstück 2 (Westteil der ”Beek”);
(Die ”Beek” ist mithin von der Nordseite der Straße von Pennigbüttel nach Worphausen bis zur Mündung in die Hamme erfasst).

(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in eine Karte 1:25 000 (Messtischblatt) und eine Flurkarte 1: 5 000 rot umrandet eingetragen. Die Karten sind in ihrer maßgeblichen Ausfertigung bei der obersten Naturschutzbehörde in Hannover niedergelegt. Weitere Ausfertigungen dieser Karten befinden sich bei der höheren Naturschutzbehörde in Stade und der unteren Naturschutzbehörde in Osterholz-Scharmbeck sowie beim Niedersächsischen Landesverwaltungsamt – Naturschutz und Landschaftspflege – in Hannover.

§ 3

1. Im Bereich des Schutzgebietes dürfen Maßnahmen, die eine Veränderung oder Beeinträchtigung der Natur herbeiführen, nicht vorgenommen werden.

2. Im Bereich des Schutzgebietes ist deshalb insbesondere verboten:

a) Pflanzen zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen;

b) Gebüsche und Gehölze kahlzuschlagen oder zu roden;

c) den im Schutzgebiet sich ständig oder vorübergehend aufhaltenden oder das Schutzgebiet überfliegenden Vögeln nachzustellen oder sie in irgendeiner Weise mutwillig zu beunruhigen;

d) zum Fang oder Töten der Vögel geeignete Vorrichtungen anzubringen, Vögel zu fangen oder zu töten, Eier oder Nester fortzunehmen oder zu beschädigen oder die Brut- und Wohnstätten in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen oder zu stören;

e) den übrigen frei lebenden nicht jagdbaren Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut- und Wohnstätten solcher Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen;

f) Pflanzen oder Tiere einzubringen;

g) Bodenbestandteile abzubauen, Sprengungen oder Grabungen vorzunehmen, Schutt oder andere Bodenbestandteile einzubringen oder die Bodengestalt einschließlich der natürlichen Wasserläufe oder Wasserflächen auf andere Weise zu verändern oder zu beschädigen;

h) die Wege zu verlassen, zu lärmen, Feuer anzumachen, Abfälle wegzuwerfen, zu zelten, zu lagern, zu baden, zu parken, Wohnwagen aufzustellen oder das Schutzgebiet auf andere Weise zu beeinträchtigen;

i) das Bootfahren auf den Wasserflächen. Auf dem Gewässerverlauf der Beek ist das Bootfahren in der Zeit vom 01.05. – 15.10. eines jeden Jahres für Paddel,- Ruder- oder Segelboote ohne Außenbordmotor zu Durchfahrtzwecken gestattet. Das Anlegen an beiden Ufern der Beek ist untersagt.

j) das Befahren des Gebietes mit Motorfahrzeugen aller Art;

k) Bild- und Schrifttafeln anzubringen, soweit sie nicht auf den Schutz des Gebietes hinweisen;

l) Wochenendhäuser, Verkaufsbuden, Hütten oder sonstige Bauwerke, auch wenn sie keiner baupolizeilichen Genehmigung bedürfen oder nur vorübergehender Art sind sowie Freileitungen zu errichten oder aufzustellen;

m) Das Mitführen von Hunden oder anderen Haustieren, sofern diese nicht kurz angeleint sind.

§ 4

Zur Beseitigung von Verunstaltungen oder Schäden haben die Grundeigentümer und Naturschutzberechtigten Maßnahmen zu dulden, soweit ihnen dadurch keine wirtschaftlichen Nachteile entstehen.

§ 5

Zugelassen bleiben:

a) die landwirtschaftliche Nutzung auf den bisher genutzten Flächen und in der bisher üblichen Weise unbeschränkt in ordnungsmäßiger Form einschließlich Errichtung von Weidehütten, Melkständen, Brunnen, Eltzäunen, soweit diese Anlagen echten landwirtschaftlichen Zwecken dienen;

b) die fischereirechtliche Nutzung der Wasserflächen mit Ausnahme der Brutzeit vom 1. März bis zum 15. Juli;

c) die Instandhaltung der Wirtschaftswege und die Unterhaltung der wasserwirtschaftlichen Anlagen;

d) die Ausübung der Jagd in der Zeit vom 1. August bis zum 31. Dezember mit Ausnahme von Treibjagden;

e) das Betreten und Befahren des Gebietes durch die Besitzer bzw. Nutzungsberechtigten zum Zwecke der Bewirtschaftung ihrer Nutzflächen sowie durch die Vertreter der Behörden und der Wasser- und Bodenverbände des Gebietes in Ausübung ihrer Dienstobliegenheiten.

§ 6

In besonderen Fällen können Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung durch die untere Naturschutzbehörde genehmigt werden.

§ 7

Wer den Bestimmungen dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird nach den §§ 21 und 22 des Reichsnaturschutzgesetzes und den §§ 15 und 16 der Durchführungsverordnung bestraft.

§ 8

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Ausgabe des Amtsblattes der Regierung in Stade, in dem ihre Veröffentlichung erfolgt, in Kraft.

Stade, den 11. Dezember 1963

Der Regierungspräsident als höhere Naturschutzbehörde

Miericke

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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