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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Eichenkrattwälder bei Berensch"

(NSG LÜ 086)


Amtsblatt der Regierung in Lüneburg 1982, Seite

V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet ”Eichenkrattwälder bei Berensch” in der Gemarkung Berensch-Arensch, Stadt Cuxhaven, Landkreis Cuxhaven vom 9. Dezember 1982

Aufgrund des § 24 in Verbindung mit § 54 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31) wird verordnet:

§ 1 Naturschutzgebiet

Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Berensch-Arensch, Stadt Cuxhaven, Landkreis Cuxhaven, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.

Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung ”Eichenkrattwälder bei Berensch”.

§ 2 Geltungsbereich

1. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 30,5 ha.

2. Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus den Karten, die als Anlagen zu dieser Verordnung veröffentlicht werden. Sie verläuft auf der den Schutzgebietsteilen abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.

§ 3 Schutzzweck

Schutzzweck ist insbesondere die Erhaltung der Eichen-Krattwälder (Eichen-Aspen- und Eichen-Birken-Wald) und deren Übergangsformen zu offenen Heiden, der Krähenbeerenheiden, der Dünen und des Geestkliffs sowie des von diesen Beständen geprägten Landschaftsbildes.

§ 4 Verbote

(1) Aufgrund des § 24 Abs. 2 NNatG sind im Naturschutzgebiet alle Handlungen verboten, die das Naturschutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

Das Naturschutzgebiet darf außerhalb der Wege nicht betreten werden.

(2) Zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen werden zusätzlich innerhalb des Naturschutzgebietes folgende Handlungen, soweit sie nicht im Rahmen der in § 5 bezeichneten Ausnahmen durchgeführt werden, untersagt:

a) Tiere einzubringen oder Haustieren Zutritt zu bisher nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen zu gewähren,

b) wild lebenden Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu beunruhigen, zu ihrem Fang geeignete Vorrichtungen anzubringen, sie zu fangen, zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester sowie sonstige Brut- und Wohnstätten wild lebender Tiere fortzunehmen oder zu beschädigen.

Verboten ist auch das Aufsuchen von Nestern, Brut- und Rastplätzen wild lebender Tiere zur Herstellung von Lichtbildern, Film- und Tonaufnahmen oder aus anderen Gründen,

c) die besondere Eigenart und Ruhe des Gebietes durch Geräusche, Erschütterungen, Licht, Luftverunreinigungen, Verunstaltungen des Landschaftsbildes oder störende Verhaltensweisen zu beeinträchtigen;

hiergegen verstößt insbesondere, wer

1. Funk- und Tonwiedergabegeräte sowie Lautsprecher aller Art betreibt bzw. spielt,

2. Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Anlagen so benutzt oder betreibt, dass vermeidbare Geräusche entstehen,

3. Schall- und Lichtzeichen sowie Beleuchtungsmaßnahmen aller Art erzeugt bzw. vornimmt,

4. Modellflugzeuge und ähnliche Geräte mitführt und in Betrieb nimmt,

5. Rauch, Staub, Ruß, Dämpfe oder Gerüche erzeugt oder verbreitet, soweit diese nicht im Rahmen einer ordnungsgemäßen land-, forst-, fischereiwirtschaftlichen oder gärtnerischen Bodennutzung entstehen,

6. Schilder, Schrifttafeln und Werbematerial aller Art sichtbar mitführt, aufstellt oder öffentlich zeigt,

7. Besucher des Gebietes durch lärmendes aufdringliches Verhalten oder auf andere Weise stört;

d) zu lagern, zu zelten oder Wohnwagen und andere für die Unterkunft geeignete Fahrzeuge oder Einrichtungen aufzustellen,

e) außerhalb der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze Fahrzeuge aller Art zu fahren, zu parken oder abzustellen, außer im Rahmen des land- und forstwirtschaftlichen Durchgangsverkehrs,

f) Feuer anzumachen,

g) Bohrungen oder Sprengungen vorzunehmen,

h) zu reiten,

i) Waren und Gegenstände aller Art feilzuhalten und zu verkaufen oder zu vermieten,

j) Müll, Schutt, Schrott, Abraum oder sonstige Abfälle wegzuwerfen bzw. außerhalb der dafür vorgesehenen Behälter oder Plätze abzulagern sowie das Gebiet in sonstiger Weise zu verunreinigen.

§ 5 Ausnahmen

Von den Verboten des § 24 Abs. 2 NNatG werden folgende Ausnahmen zugelassen.

a) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der vorhandenen Ackerfläche auf dem Flurstück 48/2, Flur 9, gemäß waagerechter Schraffur auf der als Anlage beigefügten Karte,

b) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der vorhandenen Grünlandflächen auf den Flurstücken 20 und 135, Flur 6 sowie 13/3 und 48/1, Flur 9 in der bisherigen Art und Weise gemäß schräger Schraffur auf der als Anlage beigefügten Karte,

c) die Bewirtschaftung der vorhandenen Nadelholzbestände in der bisherigen Art und Weise auf den Flurstücken 123, 124 und 125 der Flur 10 sowie 25, 26, 27 und 50 der Flur 6 gemäß senkrechter Schraffur auf der als Anlage beigefügten Karte,

d) die Nutzung der Eichen-Aspen und Eichenkrattwaldbestände horstweise. Nachpflanzung mit denselben Laubholzarten ist zulässig.

e) die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd,

f) die Beseitigung von Gehölzanflug auf Heideflächen.

§ 6 Befreiung

(1) Von den Verboten des § 4 kann die Bezirksregierung Lüneburg als obere Naturschutzbehörde auf Antrag nach § 53 NNatG Befreiung gewähren, wenn

1. die Durchführung der Vorschrift im Einzelfall

a) zu einer nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Handlung mit dem Schutzzweck gem. § 3 dieser Verordnung zu vereinbaren ist oder

b) zu einer nicht gewollten Beeinträchtigung des Naturschutzgebietes oder seiner unmittelbaren Umgebung führen würde oder

2. überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Befreiung erfordern.

(2) Die Bezirksregierung Lüneburg ist berechtigt, im Rahmen einer Befreiung nach Abs. 1 sowie nach Verstößen gegen die Bestimmungen des § 24 Abs. 2 NNatG und des § 4 dieser Verordnung Bedingungen und Auflagen festzusetzen, die der Abwendung oder einem Ausgleich von Beeinträchtigungen des Schutzzweckes gem. § 3 dieser Verordnung dienen.

(3) Die Befreiung nach Abs. 1 ersetzt nicht eine etwa nach sonstigen Vorschriften erforderliche Genehmigung.

§ 7 Ordnungswidrigkeiten

(1) Wer, ohne dass eine Befreiung gewährt wurde, vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften des § 24 Abs. 2 NNatG oder des § 4 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 64 Nr. 4 bzw. Nr. 1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes.

Sofern die Handlung nicht nach § 329 Abs.3 des 18. Strafrechtsänderungsgesetzes – Gesetz zur Bekämpfung der Umweltkriminalität – vom 28.03.1980 (BGBl . 1980 Nr. 15 S. 373) bestraft wird, kann sie mit einer Geldbuße nach § 65 NNatG geahndet werden, die im Fall des § 64 Nr. 1 NNatG bis zu 10.000,00 DM, im Fall des § 64 Nr. 4 bis zu 50.000,00 DM betragen kann.

(2) Sachen, die durch eine Ordnungswidrigkeit nach § 64 NNatG erlangt sind, können eingezogen werden.

(3) Zwangsmaßnahmen nach sonstigen Vorschriften bleiben hiervon unberührt.

§ 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Ausgabe des Amtsblattes für den Regierungsbezirk Lüneburg, in dem sie veröffentlicht ist, in Kraft.

Bezirksregierung Lüneburg

Lüneburg, den 9. Dezember 1982

Graf von Hardenberg

Regierungsvizepräsident

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

NSG-Schild

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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