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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Gildehauser Venn"

(NSG WE 031)


Verordnung vom 02.07.1985 über das Naturschutzgebiet "Gildehauser Venn" Stadt Bentheim, Landkreis Grafschaft Bentheim

Aufgrund des § 24 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31), geändert durch Art. 26 des Gesetzes zur Bereinigung des Nds. Straf- und Ordnungswidrigkeitenrechts vom 05.12.1983 (Nds. GVBl. S. 285) wird verordnet:

§ 1 Unterschutzstellung

Das in § 3 dieser Verordnung näher bezeichnete Gebiet wird zum Naturschutzgebiet "Gildehauser Venn" erklärt.

§ 2 Schutzzweck

Zweck der Unterschutzstellung ist es, in den Kernzonen die Heiden, Moore, Heideweiher, Brüche und Grünlandbereiche für die schutzbedürftigen Arten und Lebensgemeinschaften wildwachsender Pflanzen oder wildlebender Tiere zu erhalten und zu entwickeln. Die Pufferzonen I und II dienen als hydrologische Schutzzonen. Die Pufferzone II dient ferner dem Schutz seltener und gefährdeter Vogelarten.

§ 3 Geltungsbereich

(1) Die Gesamtgröße des Naturschutzgebietes beträgt ca. 650 ha.

Davon entfallen auf die

Kernzone ca. 350 ha, die

Pufferzone I ca. 160 ha und die

Pufferzone II ca. 140 ha.

(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in der mitveröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 sowie in einer Karte im Maßstab 1 : 5.000 enthalten. In den Karten sind die Kernzonen durch ein grobes Punktraster, die Pufferzonen I und II durch ein feines Punktraster mit jeweiliger Zahlenangabe dargestellt. Die äußere Kante der Punktraster kennzeichnet die Grenze des Schutzgebietes bzw. der Schutzzonen. Der genaue Grenzverlauf im Bereich der Eileringsbeeke wird durch die Landesgrenze gebildet.

(3) Die vorgenannten Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.

(4) Eine Ausfertigung der Karte im Maßstab 1 : 5.000 wird bei der Bezirksregierung Weser-Ems - obere Naturschutzbehörde -, Theodor-Tantzen-Platz 8, 2900 Oldenburg, und

bei der Stadt Bad Bentheim, 4444 Bad Bentheim,

aufbewahrt und kann dort von jedermann während der Sprechzeiten kostenlos eingesehen werden.

§ 4 Schutzbestimmungen

(1) Gemäß § 24 (2) NNatG sind alle Handlungen verboten, die das Schutzgebiet oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern.

(2) Die Kernzonen dürfen außerhalb der in der Örtlichkeit gekennzeichneten Wege nicht betreten oder befahren werden.

(3) Im gesamten Naturschutzgebiet ist außerdem verboten,

a) Grünland dauerhaft in Ackerland umzuwandeln,

b) Drainagen anzulegen.

(4) In den Kernzonen und der Pufferzone II ist außerdem verboten,

a) Grünland in der Zeit vom 20.03. bis zum 01.06. zu walzen oder zu schleppen,

b) Grünland vor dem 01.06. eines jeden Jahres zu mähen.

(5) In den Kernzonen ist außerdem verboten,

a) Gülle ganzjährig einzubringen,

b) chemische Pflanzenbehandlungsmittel anzuwenden,

c) in der Zeit vom 15.10. bis zum 30.11. auf Niederwild, mit Ausnahme von Rehwild und Raubwild, zu jagen.

(6) In der Pufferzone II ist außerdem verboten, auf Grünland in der Zeit vom 20.03. bis zum 01.06. Gülle einzubringen.

§ 5 Freistellungen

(1) Freigestellt von den Vorschriften des § 4 Abs. 1 und 2 dieser Verordnung sind

a) Nutzungen im bisherigen Umfang, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung rechtmäßig ausgeübt wurden oder auf deren Ausübung ein öffentlich-rechtlicher Anspruch bestand,

b) Maßnahmen, zu deren Durchführung eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung besteht. Zeitpunkt und Ausführungsweise von Unterhaltungsmaßnahmen sind vor ihrer Durchführung mit der Bezirksregierung Weser-Ems – obere Naturschutzbehörde – abzustimmen.

(2) Freigestellt sind außerdem mit der Bezirksregierung Weser-Ems – obere Naturschutzbehörde – abgestimmte Maßnahmen, die dem Schutz, der Erhaltung und der Entwicklung des Naturschutzgebietes dienen.

§ 6 Befreiungen

Von den Verboten dieser Verordnung kann die Bezirksregierung Weser-Ems – obere Naturschutzbehörde – nach Maßgabe des § 53 Abs. 1 NNatG auf Antrag Befreiung gewähren.

§ 7 Ausnahmen

Von dem Verbot, die Kernzonen außerhalb der in der Örtlichkeit gekennzeichneten Wege zu betreten oder zu befahren, kann die Bezirksregierung Weser-Ems – obere Naturschutzbehörde – für Vorhaben, die der Forschung dienen, auf Antrag eine Ausnahme zulassen.

§ 8 Zuwiderhandlungen

(1) Gemäß § 64 NNatG handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig, gegen die Vorschriften in § 4 und § 5 Abs. 1 b) dieser Verordnung verstößt.

(2) Ein Verstoß kann gemäß § 65 NNatG im Falle des § 4 Abs. 1 dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 50.000 DM, im Falle des § 4 Abs. 2 bis 6 und § 5 Abs. 1 b) dieser Verordnung mit einer Geldbuße bis zu 10.000 DM geahndet werden.

(3) Strafbestimmungen und weitere Vorschriften des NNatG über Ordnungswidrigkeiten bleiben unberührt.

§ 9 Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Weser-Ems in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung vom 10.05.1938 über das Naturschutzgebiet "Gildehäuser Venn" in der Gemarkung Sieringhoek, Kreis Bentheim (Amtsblatt der Preußischen Regierung in Osnabrück 19/38) außer Kraft.

Oldenburg, den 2.7.1985

Bezirksregierung Weser-Ems

Dr. Schweer

Regierungspräsident

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Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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