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Heckrinder- und Konikbeweidung

Großflächig extensive Freilandhaltung von Heckrindern und Koniks


Im Jahre 2006 wurden im zentralen Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes drei Großkoppeln eingerichtet, in denen Heckrinder und Konik-Pferde gehalten werden. Ziel der Beweidung mit diesen großen Pflanzenfressern ist es, die hochgradig wertvollen Heiden und Magerrasen zu erhalten und ihre fortschreitende Ruderalisierung und Verbuschung zu stoppen.

Heckrindbeweidung

Heckrinder sind eine noch recht junge Rinderrasse. Sie hat ihren Namen von den Gebrüdern Heinz und Lutz Heck, die in den 1920er und 1930er Jahren als Zoodirektoren in Berlin und München tätig waren. Sie begannen damals damit, durch Kreuzung verschiedener Rinderrassen ein Rind zu züchten, das möglichst viele Merkmale des weltweit ausgerotteten Auerochsen aufweisen sollte. Deshalb spricht man bei den Heckrindern auch von einer so genannten Auerochsen-Abbildzüchtung. Heckrinder sind gut für die ganzjährige Freilandhaltung und für den Einsatz im Rahmen der Landschaftspflege geeignet.

Nähere Informationen über die genügsamen und robusten Langhörner erhalten Sie in einem speziellen Heckrind-Faltblatt, das Ihnen als Download zur Verfügung steht.

Kuh mit Kalb
Heckrinder: Kuh mit Kalb

Konik-Beweidung

Konik-Pferde sind eine aus Osteuropa (v.a. Polen) stammende urtümliche Pferderasse, die dem ebenfalls ausgerotteten Tarpan (europäisches Wildpferd) sehr nahe steht. Der Name Konik kommt aus dem Polnischen und bedeutet "Pony, kleines Pferdchen". Sie sind ebenfalls sehr robust und gut für die ganzjährige Freilandhaltung geeignet.

Nähere Informationen über die "Pferdchen der wilden Weiden" erhalten Sie in einem speziellen Konik-Faltblatt, das Ihnen ebenfalls als Download zur Verfügung steht.

Koniks
Koniks

Weidekoppeln

Die Größe der Weidekoppeln beträgt ca. 85 Hektar (Südweide I), ca. 76 Hektar (Südweide II) bzw. ca. 135 Hektar (Nordweide). Mit insgesamt ca. 296 Hektar gehört das Beweidungsprojekt Cuxhavener Küstenheiden zu den größeren in der Bundesrepublik Deutschland.

Für die Zäunung wurde im Jahre 2006 ein fast 13 km langer, vierzügiger Gallagher-Zaun errichtet. Die Stromversorgung erfolgt auf den beiden Südweiden über eine Stromleitung aus der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Altenwalde, bei der Nordweide hingegen über eine Solaranlage. Da auf den Weiden keine geeigneten Gewässer für eine dauerhafte Tränkewasserversorgung vorhanden sind, wurden auf jeder Koppel Brunnen gebohrt. Die solarbetriebenen Pumpen speisen jeweils eine Balltränke (für Frostperioden im Winter) und eine große Beckentränke (für frostfreie Perioden).

Tränkeanlage
Tränkeanlage
Südweide I
Heckrinder auf der Südweide I

In der Zeit von Mitte November 2006 bis Ende Januar 2007 wurden insgesamt 25 Heckrinder und 10 Koniks in das Life-Projektgebiet gebracht. Heckrinder und Koniks werden gemeinsam gehalten und sorgen so für eine gleichmäßigere Beweidung der Heiden und Magerrasen. Die Erfolge beim Gehölzverbiss sind beeindruckend.

Konikstute
Konikstute frisst altes Eichenlaub

Das Weidemanagement erfolgt nach dem Prinzip der Staffelweide. Dies bedeutet eine Konzentration der Beweidung auf eine Großkoppel im Frühjahr und sukzessive Ausdehnung der Beweidung im Winter auf alle drei Großkoppeln durch Freigabe von Weidepassagen. Die aktuellen Herdengrößen und die aktuelle Beweidungssituation erfahren Sie unter "Aktuelles".

Weitere Informationen zu der Umsetzung dieser Maßnahme und deren Ergebnisse können Sie dem in der Infospalte als Download verfügbaren Schlussbericht entnehmen.

Life
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Gerd-Michael Heinze

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Geschäftsbereich Regionaler Naturschutz
Außenstelle "Naturschutzstation Unterelbe"
Alte Hafenstr. 2
D-21729 Freiburg
Tel: +49 (0)4779 / 925-9638
Fax: +49 (0)4779 / 925-9637

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