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Effizienz von Kleingewässer-Neuanlagen im Hinblick auf Aspekte des Biotop- und Pflanzenartenschutzes

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen


Heft 2/94, 24 S., vergriffen
von Andreas Pardey

Inhalt
1 Einleitung
2 Das Untersuchungsgebiet
3 Gewässercharakterisierung
4 Erfassungsergebnisse

4.1 Besiedlung und Sukzession
4.2 Bewertung der Naturnähe und Repräsentanz der Gewässeranlagen
4.2.1 Flora der Untersuchungsgewässer
4.2.2 Pflanzengesellschaften der Untersuchungsgewässer
4.2.3 Gewässerstrukturen
4.2.4 Hydrochemische und -physikalische Verhältnisse
4.2.5 Großräumige Betrachtung (Repräsentanz)
4.3 Analyse der Flora und Vegetation hinsichtlich gefährdeter Pflanzenarten und -gemeinschaften
4.3.1 Nachweise so genannter Rote-Liste-Pflanzenarten
4.3.2 Nachweise gefährdeter Pflanzengesellschaften
5 Diskussion der Naturschutzeffizienz der untersuchten Kleingewässeranlagen
6 Folgerungen für den Kleingewässerschutz
7 Zusammenfassung
8 Literatur

7 Zusammenfassung
Im Rahmen einer mehrjährigen Studie zur Ökologie, pflanzlichen Besiedlung und Naturschutzeffizienz von Kleingewässerneuanlagen wurden im südlichen Niedersachsen Flora, Vegetation und strukturelle Ausstattung von 194 Einzelteichen bzw. Teichanlagen mit insgesamt 786 Kleingewässern unterschiedlichster Hydrochemie erfasst. Die Teiche wurden mit wenigen Ausnahmen von den Staatlichen Forstämtern zum Zwecke des Arten- und Biotopschutzes angelegt.

Die weitaus meisten Anlagen kann man als naturnah charakterisieren. Für ihren Bau wurde i. d. R. auf künstliche Materialien verzichtet. Sie weisen unverbaute, z. T. flach ausgezogene Uferböschungen auf. Infolgedessen haben sich an den älteren Teichen die gewässertypischen Verlandungsreihen mit Wasser-, hoch- und niedrigwüchsigen Ried- und Röhrichtpflanzen, Flutrasen, Hochstaudenfluren sowie Gehölzinitialbeständen entwickelt. Viele Gewässer sind als oligotroph bis mesotroph einzustufen und entsprechen damit den mit am stärksten gefährdeten hydrochemischen Gewässertypen.

Kritisch zu sehen ist ihre für den Mittelgebirgsraum untypische große Zahl. Ebenso ist die Anlage vieler Teiche an Talhängen mit Hilfe von Dämmen als wenig repräsentativ für den Naturraum anzusehen. Besonders bedenklich ist ferner der Bau solcher Gewässer im Hauptschluss von Bächen, in Feuchtwiesen oder Bruchwäldern und Mooren.

Die Auswertung der Flora (insgesamt 260 Arten Höherer Pflanzen und eine Characee) und der Pflanzengesellschaften ergibt im Vergleich mit den Roten Listen eine Vielzahl gefährdeter Arten und ihrer Gemeinschaften. Zu den nachgewiesenen 41 Gefäßpflanzen und Armleuchteralgen der Roten Listen zählen neben Gewässer- und Niedermoor-Arten eine Reihe von Nicht-Gewässer-Arten insbesondere der Feuchtwiesen und Wälder. Die meisten Arten weisen eine geringe Präsenz auf. Am häufigsten wurden gefährdete Pflanzen mesotropher Standorte erfasst.

Wegen des oft geringeren Verbreitungspotentials gerade der gefährdeten Pflanzen konnten an solchen Teichanlagen viele Rote-Liste-Arten nachgewiesen werden, die in oder angrenzend an so genannten § 28a-Biotopen angelegt wurden, die über ein entsprechendes Arteninventar verfügten. Darüber hinaus wurden gerade an solchen Gewässeranlagen gefährdete Arten gefunden, die durch eine große standörtliche Variationsbreite (große Fläche, viele Einzelteiche unterschiedlicher Morphologie und Hydrochemie) gekennzeichnet sind. Unter Berücksichtigung der Vielzahl untersuchter Teiche ist die Effizienz der Neuanlagen für den Schutz zur Zeit gefährdeter Pflanzenarten mit Ausnahme der Pflanzen der mesotraphenten Kleinseggenriede bisher eher gering einzuschätzen.

Während die Teiche in den Mittelgebirgslagen insgesamt positiv zu bewerten sind, sind die wenigen untersuchten Teiche in den stärker genutzten, tiefer gelegenen Bereichen häufig qualitativ geringer einzuschätzen. Die Gründe hierfür liegen in der räumlichen Isolation und den Eutrophierungstendenzen.

Aus dieser Analyse der Naturschutzeffizienz werden Vorschläge für den Kleingewässerschutz entwickelt. Die Ergebnisse zeigen auf, wie wichtig neben der Anlage neuer Teiche die Regeneration bestehender Gewässer ist. Besonderes Augenmerk wird auf die Notwendigkeit der Erarbeitung von Grundlagendaten über die Bestandssituation gerade auch weniger gut ausgebildeter Kleingewässer gelegt. Für verschiedene natürliche und anthropogene Gewässertypen müssen Förderprogramme geschaffen werden, die mit solchen anderer Feuchtökosysteme wie Fließgewässer, Moore oder Feuchtwiesen zu verbinden sind. Wichtig für den Erfolg von Gewässerschutzmaßnahmen sind eine sorgfältige Auswahl des zu renaturierenden Objektes bzw. der Fläche für eine Gewässerneuanlage unter Einbeziehung des Umlandes und ein mit Erfolgskontrollen verbundenes, dynamisches Pflege- und Entwicklungskonzept.

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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