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Modellprojekt "Holter Hammrich" - Naturschutzkonzept

Mit den Bauwerken zum Hochwasserschutz werden Wasserstandsschwankungen im Polder ermöglicht, wie sie in natürlichen Auen auftreten. Die Wasserstände werden für die zwei Teilbereiche des Polders Holter Hammrich unter dem Gesichtspunkt unterschiedlicher naturschutzfachlicher Leitbilder gesteuert:

Karte der Teilgebiete mit ihren Zielen  
Sumpfdotterblumen  

In dem westlichen Teilbereich des Polders Holter Hammrich, dem „Leyßer Hammrich", soll mit der Extensivierung der Grünlandbewirtschaftung eine vermehrte Ansiedlung von Wiesenvögeln ermöglicht werden. Von 2008 bis 2014 sind inzwischen mehr als 60 Brutvogelarten dokumentiert (Download: Brutvogelerfassung).

Besonders Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Großer Brachvogel und Austernfischer finden hier geeignete Brutplätze.

Brutvögel  

Durch eine zielgerichtete Steuerung des Wasserstandes sollen die Lebensbedingungen der Wiesenvögel optimiert werden.

Gezielte Steuerung der Wasserstände  

Mit den künftigen Bewirtschaftern im landwirtschaftlich genutzten Teilbereich Leyßer Hammrich wurden die Regelungen der Flächennutzung abgestimmt, die ab 2012 zur Umsetzung kommen.

Sonnenuntergang  

Im östlichen Teilgebereich, dem „Alten Tief", werden Voraussetzung für eine naturnahe, ungenutzte Niederungslandschaft mit einem Mosaik aus Gewässern, Flachwasserzonen, Röhrichten und Gehölzen geschaffen.

Hier ist ein ganzjährig hoher Wasserstand geplant. Witterungsbedingte Schwankungen sind möglich. Sinkt der Wasserstand in Folge einer längeren Trockenphase auf unter 0,3 m NN, ist eine Zuwässerung über sogenannte Deichpumpen möglich. Bei einem durchschnittlichen Wasserstand von 0,35 m NN sind ca. 46 ha überstaut.

Bereits in der Vergangenheit wurde der Polder Holter Hammrich als Winterquartier von Rastvögeln genutzt: Diese Gäste mit den phantasievollen Namen wie Goldregenpfeifer, Säbelschnäbler, Silberreiher und Kampfläufer, kommen aus dem hohen Norden oder halten sich vorübergehend hier auf.

Gastvögel  

Den Holter Hammrich nutzen Rastvögel als Zwischenstopp, in milden Wintern bleiben sie auch längere Zeiträume in den ostfriesischen Watten und Emsmarschen. Aktuelle Rastvogeldaten (Stand 2012) finden Sie hier als Download: Rastvogel -Bestandsdaten. Durch die ungestörte Lage, die offenen Wasserflächen und die winterlichen Überstauungen im gesamten Polder ist eine erhöhte Attraktivität des Gebiets für Rastvögel zu erwarten.

Langfristig soll ein Lebensraum für die Leitart Fischotter entstehen, der im Leda-Jümme-Gebiet ehemals heimisch war.

Fischotter  

Das begleitende Monitoring zu Brut- und Rastvögeln wird weiter fortgesetzt.

Hier können Sie sich die Karte "Entwicklungskonzeption Holter Hammrich" als pdf-Dokument herunterladen.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Martin Wendeburg

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Brake-Oldenburg
Ratsherr-Schulze-Straße 10
D-26122 Oldenburg
Tel: +49 (0)441/799-2179
Fax: +49 (0)441/799-2655

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