Auf lockeren Sand- und Kiesböden kommen Standtrockenrasen vor. Sie sind gekennzeichnet insbesondere durch Silbergras, Schaf-Schwingel, Straußgras, Sand-Segge, Frühlings-Spark, Bauernsenf, Berg-Sandglöckchen, Aufrechte Grasnelke, Heide-Nelke, Echtes Labkraut, Hasen-Klee, Fünfmänniges Hornkraut oder Ackerhornkraut, teilweise auch durch verschiedene Moos- und Flechtenarten. Die meisten Sandtrockenrasen befinden sich im Emsland, in der Lüneburger Heide, im Allertal und im Wendland.
Auf kalkarmen, humus-sandigen bis lehmigen, z.T. torfigen Standorten sind Borstgrasrasen zu finden. Typische Pflanzen dieses Lebensraumes sind neben dem namengebenden Borstgras: Hunds-Veilchen, Arnika, Geflecktes Johanniskraut, Berg-Platterbse, Gewöhnliches Kreuzblümchen, Harzer Labkraut, Schaf-Schwingel, Blutwurz oder Feld-Hainsimse; im Bergland auch Bärwurz. Größere Vorkommen finden sich u.a. in der Lüneburger Heide und im Harz.
Auf flachgründigen Kalkstandorten, wie sie im Weser- und Leinebergland vorkommen, wachsen Halbtrockenrasen. Charakteristische Pflanzenarten dieser besonders artenreichen Magerrasen sind z.B.: Fieder-Zwenke, Aufrechte Trespe, Pyramiden-Schillergras, Deutscher Enzian, Fransen-Enzian, Stengellose Kratzdistel, Golddistel, Schopf-Kreuzblümchen, Hufeisenklee, Kleiner Wiesenknopf, Wiesen-Schlüsselblume und verschiedene Orchideen wie z.B. Fliegen-Ragwurz, Mücken-Händelwurz oder Helm-Knabenkraut.
Im südöstlichen Niedersachsen kommen sehr selten auch Steppenrasen vor, die durch östlich verbreitete Pflanzenarten wie z.B. Frühlings-Adonisröschen oder Haar-Federgras ausgezeichnet sind.
Schließlich zählen zu den Magerrasen auch Erzfluren auf schwermetallreichen Standorten im Harz, Harzvorland und Osnabrücker Hügelland. Charakterpflanzen sind u.a. Hallers Grasnelke, Frühlings-Miere, Galmei-Hellerkraut und verschiedene Flechtenarten.
Die meisten Magerrasen sind in Niedersachsen durch Beweidung, seltener durch Mahd entstanden, nicht wenige Vorkommen auch durch Neubesiedlung offener Sand- und Gesteinsfluren (z.B. in aufgelassenen Sandgruben oder Steinbrüchen). Sie benötigen i.d.R. Pflege durch Beweidung oder Mahd, da sie andernfalls verbuschen. Geschützt sind Magerrasen ab ca. 100 m² Größe bei einer Mindestbreite von ca. 4 bis 5 m. Durch Aufforstung, Bodenabbau sowie Umbruch zur anschließenden Ackernutzung sind in der Vergangenheit viele Magerrasen zerstört worden. Nährstoffeinträge aus der Luft, Düngung, übermäßige Beweidung sowie Ablagerung von Abfällen oder Strohballen können zu einer erheblichen Beeinträchtigung von Magerrasen führen.