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Besonders geschützte Biotope in Niedersachsen
 
§ 28a NNatG "Besonders geschützte Biotope"
§ 28b NNatG "Besonders geschütztes Feuchtgrünland"
Broschüre zum Thema
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Besonders geschützes Feuchtgrünland
Zwergstrauch - und Wacholderheiden
Sandheide mit Besenheide und Wacholder

Als Zwergstrauchheiden werden baumfreie oder von einzelnen Bäumen und Sträuchern durchsetzte Zwergstrauchbestände vorwiegend aus Heidekrautgewächsen und Ginsterarten bezeichnet. Wacholderheiden sind Zwergstrauchheiden mit eingestreuten Wacholderbeständen sowie dichtere Wacholdergebüsche auf kalkarmen bzw. kalkfreien Böden. Wacholdergebüsche auf Kalkböden Südniedersachsens sind als Gebüsche trockenwarmer Standorte geschützt.

Heiden sind ursprünglich durch Beweidung entstanden und wurden meist auch durch Abplaggen zur Gewinnung von Einstreu und zur Bodenverbesserung der Äcker genutzt. Heiden können aber u.a. auch durch natürliche Vegetationsentwicklung in entwässerten Mooren oder aufgelassenen Abbauflächen entstehen.

Auf trockenen bis mäßig feuchten Sand- oder Gesteinsböden wachsen Calluna-Heiden, die u.a. durch die Besenheide (Calluna vulgaris) gekennzeichnet sind. Typisch sind weiterhin Englischer Ginster, Behaarter Ginster, Draht-Schmiele, Dreizahn, Krähenbeere, Preiselbeere, Heidelbeere sowie verschiedene Moose und Flechten.

Moorheide mit Dominanz von Glockenheide

Auf feuchten bis nassen, z.T. moorigen Standorten wachsen Feucht- und Moorheiden, die besonders von der Glockenheide (Erica tetralix) geprägt werden. Regelmäßig kommt auch Pfeifengras vor, seltener Moorlilie, Lungen-Enzian oder Haarsimse.

Nasse Ausprägungen sind meist torfmoosreich (fließende Übergänge zu den Hoch- und Übergangsmooren).

Sand- und Moorheiden sind in den Geestgebieten des niedersächsischen Tieflands verbreitet; allerdings vielfach nur noch in kleinen Restbeständen. Im Berg- und Hügelland gibt es nur wenige Vorkommen auf kalkarmen Gesteinsböden.

Trockene Heiden, Feuchtheiden und Magerrasen treten oftmals kleinflächig nebeneinander auf; ferner gehen Feuchtheiden häufig in ebenfalls besonders geschützte Hoch- und Übergangsmoore sowie Sümpfe über.

Zu den Zwergstrauch-Heiden gehört auch die Krähenbeer-Küstenheide, die im Küstenbereich und auf den Nordseeinseln an vorwiegend windexponierten Stellen vorkommt und von der namengebenden Krähenbeere dominiert wird.

Im Laufe der Entwicklung der Heidevegetation lassen sich verschiedene Zustandsphasen unterscheiden:

  • Die Initial- oder Pionierphase: nur zögernd von Heidepflanzen besiedelte Flächen, die durch Nutzung oder Pflege abgeschoben, abgebrannt oder abgeplaggt wurden.
  • Die Optimalphase mit mehr oder weniger dichten, wüchsigen Zwergstrauchbeständen.
  • Die Degenerations- oder Verfallsphase: Im Zuge der Alterung von Heidebeständen können sich Reinbestände mit Draht-Schmiele, abgestorbener Besenheide, Pfeifengras oder charakteristischen Flechten- und Moos-Beständen bilden.
  • Wiederbewaldungsphase: in der Regel mit Anfluggehölzen wie Birken oder Kiefern locker bestandene Heideflächen. Geschlossene Waldbestände unterliegen jedoch nicht mehr dem Schutz nach § 28a.

In zusammenhängenden Heidekomplexen sind alle Phasen der Heideentwicklung in den Schutz einbezogen. Kleine Heideflächen sind bei typischer, zwergstrauchreicher Vegetation ab ca. 100 m² Größe und einer Mindestbreite von ca. 4 bis 5 m geschützt.

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