Quellen sind natürliche Grundwasseraustritte an der Erdoberfläche, wobei je nach Form des Quellwasseraustritts und Wasserbeschaffenheit verschiedene Quelltypen unterschieden werden können.
Beckenartige Quellen, die von unten mit Wasser gefüllt werden (Quelltopf) und durch Überlauf einen Quellbach bilden, nennt man Tümpelquellen. Demgegenüber sind Sturzquellen durch den unmittelbaren Austritt des Wassers als Quellbach oder kleiner Wasserfall gekennzeichnet, wobei das Wasser anschließend mit mehr oder weniger starkem Gefälle talwärts fließt. Ferner sind die Sumpf- oder Sickerquellen zu unterscheiden, deren Quellwasser den Erdboden durchsickert und Quellsümpfe, Hangquellmoore (z.B. an den Abhängen von Flussniederungen) oder kleinflächige Quellkuppen entstehen lässt.
Die meisten Quellen sind von Natur aus sehr kleinflächig, so dass der Schutz an keine Mindestgröße gebunden ist.
Quellbereiche werden je nach Ausprägung häufig von Bruchwald, Auwald oder verschiedenartiger Sumpfvegetation eingenommen. Typische Quellzeiger sind z.B. Bitteres Schaumkraut, Bach-Quellkraut, Milzkräuter und (seltener) Riesen-Schachtelhalm. Kleinere Waldquellen weisen jedoch vielfach keine spezifische Quellvegetation auf.
Die Quellvegetation und -fauna ist in starkem Maße vom Nährstoff-, insbesondere Kalkgehalt des Wassers abhängig. In Niedersachsen sind die meisten Quellen kalkarm bis mäßig basenreich. Selten und daher in hohem Maße schutzbedürftig sind kalkreiche Quellen, die eine besondere Vegetation mit gefährdeten Pflanzenarten wie z.B. Stumpfblütiger Binse, Breitblättrigem Wollgras oder dem Kalktuff bildenden Starknervmoos (Cratoneuron) aufweisen. Noch seltener sind naturnahe Salzquellen mit Vorkommen von Salzpflanzen (s.a. Sümpfe).
Durch den Bau von Quellfassungen, Entwässerungsmaßnahmen, Aufschüttungen, die Anlage von Fischteichen, starke Beweidung, Nährstoffeintrag sowie die Quell- und Grundwasserentnahme sind in der Vergangenheit viele Quellbereiche zerstört bzw. erheblich beeinträchtigt worden