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Ilmenau-Sperrwerk

Warum wurde das Sturmflut-Sperrwerk gebaut?
Die schwere Sturmflut vom 16./17.02.1962 richtete an den deutschen Küstenbereichen und unter anderem im Tide-Elbe-Gebiet massive Schäden an, so dass umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet wurden. Zu diesen gehörte der Hochwasserschutz an der Tide-Elbe. Das heißt an den Bereichen der Elbe, die von Ebbe und Flut bzw. Sturmflut beeinflusst werden. Daher wurde zwischen Cuxhaven und der Staustufe in Geesthacht eine Kette von Sturmflutsperrwerken beiderseits der Tide-Elbe gebaut. Das Ende dieser Kette bildet 125 km entfernt von der offenen See das Ilmenau-Sturmflut-Sperrwerk. Vor dem Bau des Ilmenau-Sturmflut-Sperrwerkes drückten die Sturmfluten die Wassermengen ungehindert in die Ilmenau- und Luhe-Niederungen.

Ilmenau Sperrwerk
Ilmenau-Sperrwerk

Was geschieht im Sturmflutfall?
Eine an der Küste auflaufende Sturmflut benötigt von Cuxhaven bis zur Mündung der Ilmenau etwa 4 Stunden. Um rechtzeitig die Tore des Sperrwerkes zu schließen und den Deichwachdienst zu organisieren, bedarf es eines Sturmflutwarndienstes. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Hamburg gibt eine Sturmflutwarnung, der Hamburger Sturmflutwarndienst (WADI) liefert halbstündig die Wasserstände der Pegel und den tatsächlichen Sturmflutwasserstand meldet das Hafenamt in Cuxhaven (Pegel Cuxhaven).

Wie teuer war der Bau des Sperrwerkes?
Die Gesamtkosten für das Sperrwerk einschließlich Spundwand, Schiffsliegeplätze und Fähranleger betrugen nach der 6-jährigen Bauzeit etwa 12 Millionen Euro (23,8 Mio. DM).

Wer waren die Kostenträger?
Finanziert wurde die Baumaßnahme im Rahmen des Küstenschutzprogramms des Bundes und des Landes Niedersachsen zu 70% aus Bundes- und zu 30% aus Landesmitteln.

Wann werden die Tore geschlossen?
Der Betrieb des Sperrwerkes muss sich nach den zu erwartenden Sturmfluthöhen, nach dem Oberwasser der Elbe und dem Eigenhochwasser der Ilmenau und Luhe richten. Die Werte des Tide-Pegels Cuxhaven, des Oberwasserpegels Neu Darchau und des Pegels am Sperrwerk sind hierfür maßgebend. Das Sperrwerk wird bei Sturmflut ab einem Wasserstand von NN +3,30 m im Winter- und ab NN + 2,90 m im Sommerhalbjahr geschlossen. Das Sperrwerk wird erst dann wieder geöffnet, wenn das fallende Außenwasser und das Binnenwasser annähernd spiegelgleich sind.

Sanierungsmaßnahmen
Im Jahre 2003 standen nach einer Betriebszeit von 30 Jahren größere Sanierungsmaßnahmen an. Von Oktober bis Dezember 2003 wurde das Sperrwerk ilmenau-seitig im Bereich des Daches saniert, da sich Risse in der Dachabdichtung gebildet hatten. Als Folge dieser Undichtigkeiten geriet Feuchtigkeit in das Bauwerksinnere und verursachte Korrosionsschäden. Die Kosten der Dachsanierung betrugen rd. 50.000 Euro. In den Jahren 2004/05 sanierte der NLWKN die Betonteile des Bauwerkes, da die wechselnden Witterungsbedingungen und des Wasserangriff zu Betonabbrüchen geführt hatten, die zu beseitigen waren. Die Kosten der Sanierung beliefen sich auf 110.000 €. In den nächsten Jahren ist es die Aufgabe des NLWKN, die Anlage an den neuen Bemessungswasserstand anzupassen.

Wer betreibt und unterhält das Sperrwerk ?
Das Ilmenau-Sturmflut-Sperrwerk ist eine landeseigene Anlage und wird daher vom NLWKN, Betriebsstelle Lüneburg, betrieben und unterhalten. Die 60-Tonnen-Brücke ist im Eigentum des Landkreises Harburg und wird von diesem überwacht und unterhalten.

Ilmenau-Sperrwerk

Ilmenau-Sperrwerk

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Michel Radon

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
NLWKN Lüneburg
Adolph-Kolping-Str. 6
D-21337 Lüneburg
Tel: +49 (0)4131/8545-231

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