NLWKN klar

Deichbau am Elisabethgrodendeich im Wangerland


Die Erhöhung und Verstärkung des Elisabethgrodendeiches bleibt auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt in den Küstenschutzplanungen des Landes; der NLWKN hat die Planung und die Projektleitung übernommen. Seit 2000 arbeitet der III. Oldenburgische Deichband bereits an der Verbesserung des Küstenschutzes in diesem Bereich. Der Elisabethgrodendeich muss auf rund zwölf Kilometer Länge ausgebaut werden. Die Gesamtkosten werden mit 43 Millionen Euro veranschlagt, das sind rund 3,5 Millionen Euro pro Kilometer Deich. Bis Bauende 2014 wurden bereits mehr als 39 Millionen Euro verbaut, davon ein Viertel Zuschüsse von der Europäischen Union. Der restliche Betrag stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und des Landes Niedersachsen "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes".


Der Deich ist im Mittel 1,00 m und in Teilbereichen bis zu 1,65 m zu niedrig. Die Böschungsneigungen sind zu steil und die Außenberme liegt wesentlich zu niedrig. Der Deckboden aus Klei ist zu sandig und damit erosionsgefährdet.


1998 wurden zunächst zwei Versuchsstrecken von je 200 m Länge mit unterschiedlichen Böschungsvarianten gebaut. Aufgrund der Erfahrungen konnte die Befestigung des Außendeichfußes optimiert werden, was auf der gesamten Baustrecke eine Einsparung der Kosten um 5,4 Millionen Euro ermöglicht.


Der seit dem Jahr 2000 erfolgte Ausbau des Elisabethgrodendeiches wurde auch 2014 durch den III. Oldenburgischen Deichband fortgesetzt. Für das gesamte Projekt werden 1,68 Millionen Kubikmeter deichfähiger Klei benötigt. In den ersten Jahren von 2000 bis 2002 wurden rd. 115.000 Kubikmeter Klei aus naheliegenden Baumaßnahmen gewonnen und am Deich eingebaut. Seit 2004 bis Ende 2011 wurden 1,25 Millionen Kubikmeter im Binnenland nördlich von Hohenkirchen gewonnen und über die Kreisstraße K 87 transportiert und am Deich eingebaut. So konnte der Deich auf einer Länge von rd. 7,0 km in seinem Profil fertiggestellt werden. Ab 2009 wurde der angelieferte Kleiboden auf einer Länge von 5,0 km ausschließlich auf der seeseitigen Deichböschung und auf der Deichkrone eingebaut. Der Teekräumweg einschließlich der erforderlichen Bermenbefestigung ist bis auf das rd. 150 m lange Anschlussstück an den Parkplatz in Harlesiel durchgehend fertiggestellt. In den Jahren 2012/ 2013 und 2014 wurden rd. 280.000 Kubikmeter Klei im Deichvorland - der ersten Außendeichskleientnahme in Niedersachsen seit Jahren - gewonnen und lagenweise auf der Binnenböschung des Deiches eingebaut und profiliert. Derzeit läuft der weitere Abbau von den insgesamt 315.000 Kubikmeter Klei im Deichvorland bis Ende 2015. Im Ausbaujahr 2014 konnte der binnenseitige Deichsicherungsweg mit der Anbindung über die 2. Deichlinie an die K 87 weiter ausgebaut und bis auf das rd. 5,5 km lange Verbindungsstück nach Harlesiel in Betonbauweise fertiggestellt werden.


Inzwischen schreitet auch die Folgenutzung der Kleientnahme voran. Am südlichen Ufer wurde inzwischen die ehemalige Kaserne zu einem Hotel mit Freizeitanlage ausgebaut. Die Grundstücke am nord-westlichen Ufer wurden für eine Ferienhaussiedlung erschlossen. Im Verlauf des Helmsteder Weges, der durch die Seeherstellung unterbrochen wird, hat die Gemeinde Wangerland eine attraktive Verbindungsbrücke errichtet. Die durch den Kleiabbau möglich gewordene Seeherstellung gestattet eine Folgenutzung, die geeignet ist, die durch Abzug der Bundeswehr verloren gegangenen Arbeitsplätze in Hohenkirchen vollauf zu kompensieren.

Deichbeweidung

Deichbeweidung

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Kai Wienken

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Brake-Oldenburg
Heinestraße 1
D-26919 Brake
Tel: +49 (0)4401 / 926-336

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