Hochwasservorhersage-Zentrale für Niedersachsen in Hildesheim | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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Hochwasservorhersage-Zentrale für Niedersachsen in Hildesheim

 
Auszug aus dem NLWKN-Film "Der Zukunft verpflichtet"; hier: Hochwasserschutz
Hochwasser-Vorhersage in Niedersachsen

Um die Menschen in Niedersachsen frühzeitig und gezielt vor Hochwasser warnen zu können, wurde beim NLWKN in Hildesheim eine Hochwasservorhersage-Zentrale (HWVZ) eingerichtet und damit ein weiterer wichtiger Baustein für die Hochwasservorsorge geschaffen.

Je früher die Warnung vor kritischen Hochwasserständen in hochwassergefährdeten Gebieten kommt, desto schneller können Vorsorgemaßnahmen eingeleitet werden, um mögliche Hochwasserschäden effektiv zu reduzieren. So können z.B. auch Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig Maßnahmen zu ihrem eigenen Schutz einleiten - etwa indem sie ihr Haus mit Sandsäcken sichern oder ihr Auto und andere Wertgegenstände aus der gefährdeten Zone entfernen. Mit neuen Methoden zur Hochwasservorhersage sind heutzutage Vorhersagen für bis zu 24 Stunden und länger möglich. Die Hochwasservorhersage-Zentrale ergänzt dabei die Hochwassermeldedienste im NLWKN.

Die HWVZ - Wir über uns

Die HWVZ hat am 01. Oktober 2009 beim NLWKN in Hildesheim ihre Arbeit aufgenommen und ist mit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (vier Vollzeit-Stellen) - Spezialisten in Hydrologie, Hydraulik und Modelltechnik - und einem Experten im Datenmanagement besetzt.
Lagezentrum der Hochwasservorhersage-Zentrale
Arbeit in der Hochwasservorhersage-Zentrale
Bildrechte: NLWKN

Die Hochwasservorhersage-Zentrale ist nach einer Aufbauphase und einem erfolgreich absolvierten Testbetrieb seit Januar 2011 für die Flusseinzugsgebiete der Aller, Leine und Oker im operationellen Echtzeitbetrieb. In den darauf folgenden Jahren kamen die Einzugsgebiete der Hase, Hunte und Wümme hinzu. Im aktuellen Jahr 2016 wurden die Vorhersagemodelle für die Vechte im westlichen Niedersachsen und die Ilmenau im nördlichen Niedersachsen in den Vorhersagebetrieb aufgenommen. Es ist vorgesehen, weitere Gebiete in die Hochwasservorhersage mit aufzunehmen.

Leistungsspektrum der HWVZ
  • Tägliche Anwendung und Kalibrierung von Wasserhaushaltsmodellen in den genannten Gebieten
  • Koordination und Plausibilisierung aller für die Hochwasservorhersage benötigten Eingangsdaten
  • Veröffentlichung von Vorhersagen (Wasserstände) an Hochwassermeldepegeln in den Einzugsgebieten der Aller, Leine, Oker, Hase, Hunte, Vechte und Ilmenau und Veröffentlichung von Lageberichten unter: www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de
  • Bearbeitung spezieller hydrologischer Fragestellungen sowie Beratung

Pegelonline-Seite mit Warnlagebericht 2013
Pegelonline-Seite während des Mai-Hochwassers 2013
Datengrundlagen für die Vorhersage
Für die Hochwasservorhersage ist eine vielfältige Datengrundlage die Grundvoraussetzung. Zum einen werden aktuelle Messwerte benötigt, die die HWVZ vorrangig aus dem Messnetz des NLWKN, aber auch von Dritten bezieht (Deutscher Wetterdienst, Harzwasserwerke, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung) - insbesondere sind dies gemessene Wasserstände an den Pegeln, Niederschläge und weitere hydrometeorologische Daten wie Temperatur oder Luftfeuchte. Die Vielzahl der benötigten Daten erfordert ein effektives Datenmanagement, um alle erforderlichen Eingangsdaten ohne zeitliche Verzögerung für die Berechnung der Vorhersagen bereitzustellen.

Für die Berechnung der Hochwasservorhersagen kommt schließlich das Wasserhaushaltsmodell PANTA RHEI zum Einsatz. Für die zu erstellenden Vorhersagen wird das Modell mit vorhergesagten Niederschlägen aus Wettermodellen des DWD „gefüttert". Wie gut letztlich eine Abfluss- und Wasserstandsvorhersage ist, hängt im großen Maße von der Güte der Niederschlagsvorhersage ab, die unter anderem von der dominierenden Großwetterlage abhängt. Während gleichmäßige, flächenhafte Niederschläge besser vorherzusagen sind, ist das Auftreten von plötzlichen Starkregen mit hohen Niederschlagsintensitäten in kurzer Zeit schwerer vorherzusagen.

Mit der bloßen Verwendung und Verarbeitung von Daten ist es aber nicht getan: Die Zusammenarbeit und die enge Abstimmung mit allen Beteiligten ist unabdingbar. Zu nennen sind hierbei unter anderem die Hochwassermeldedienste, der Gewässerkundliche Landesdienst, Betreiber von Talsperren und Rückhaltebecken, andere Bundesländer, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der Deutsche Wetterdienst.

Schematischer Prozess der Erstellung einer Hochwasservorhersage
Schematischer Prozess der Erstellung einer Hochwasservorhersage

Weiterführende Informationen und Erläuterungen

Hochwasser an der Innerste 2007  

Hochwasser an der Innerste 2007

Hochwassersimulation am PC  

Hochwassersimulation in der HWVZ

Artikel-Informationen

13.06.2017

Ansprechpartner/in:
Herma Heyken, Achim Stolz

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/ 947 - 173 / -228
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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