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Forschungsstelle Küste (FSK)

 
Auszug aus dem NLWKN-Film "Der Zukunft verpflichtet"; hier: Küstenschutz

Die Forschungsstelle Küste gehört seit Januar 2005 als Teil der Betriebsstelle Norden-Norderney zum NLWKN. Sie ist 1937 aus einer Vorarbeitenstelle der damaligen preußischen Wasserbauverwaltung hervorgegangen und feierte 2012 ihr 75jähriges Jubiläum (Infobroschüre).

Die Forschungsstelle Küste besteht aus vier leistungsstarken Aufgabenbereichen an den Standorten Norden und Norderney:

Bürogebäude Forschungsstelle Küste auf Norderney
Bürogebäude Forschungsstelle Küste auf Norderney
Bildrechte: NLWKN

Vielfältige Aufgaben an der Schnittstelle von Forschung und Landesverwaltung

  • Grundlagenerarbeitung und angewandte Drittmittelforschung
  • Arbeiten für Projekte der Landesverwaltung, bei denen eingehender wissenschaftlicher Sachverstand verbunden mit Kenntnis planrechtlicher Randbedingungen für die Gutachtenerstellung erforderlich ist.
  • Beratung und Gutachtenerstellung für Planfeststellungs-, Raumordnungs- und Einvernehmensbehörden hinsichtlich anspruchsvoller ingenieur- und naturwissenschaftlicher Fragestellungen unter Beachtung der planrechtlichen Randbedingungen.

Insbesondere dient der Schwerpunkt auf der Drittmittelforschung dem Kompetenzerhalt wie auch der Wissenserweiterung und -vertiefung mit dem Ziel, aus der Landesverwaltung angezeigte Probleme im Küstengebiet kompetent und zeitnah zu bearbeiten. Wesentliche Voraussetzung für die kompetente Abdeckung dieser fachlichen Breite und Tiefe ist eine interdisziplinäre personelle Aufstellung. An der FSK sind Bau-, Küsten- und Umweltingenieure sowie Naturwissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der Geowissenschaften beschäftigt.

Parallel wird in zumeist in vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Bundesministerium für Bildung und Forschung oder der EU geförderten Forschungsvorhaben an der Erweiterung des methodischen Instrumentariums gearbeitet, indem neue Erkenntnisse aus der universitären Grundlagenforschung auf ihre operationelle Anwendbarkeit in Aufgabenfeldern der Forschungsstelle Küste geprüft und ggf. angepasst werden.

Die Forschungsstelle Küste hat eine über die Wasserwirtschaftsverwaltung hinausreichende Glaubwürdigkeit als in ihrer fachlichen Beurteilung unabhängige Institution. Sie wird ebenso von der Naturschutzverwaltung, der Häfen- und Schifffahrtsverwaltung, von Deich- und Entwässerungsverbänden sowie von Natur- und Umweltschutzverbänden geschätzt. Verwaltungsgerichte berufen Angehörige der Forschungsstelle Küste als Sachverständige. Gleichzeitig wirken sie im wissenschaftlichen Bereich als Schiedsrichter für Veröffentlichungen oder Forschungsanträge sowie in der Lehre an Hochschulen als Lehrbeauftragte und Betreuer von Examensarbeiten in ihren jeweiligen Kompetenzbereichen.

Die herausragende Akzeptanz der Forschungsstelle in der Bevölkerung wurde auch im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Studie innerhalb des Projekts A-Küst bestätigt.


Naturmessungen

Im Rahmen der Grundlagenerhebung betreibt die FSK seit 1976 u.a. ein Seegangsmessnetz (Messbojen, ADCP, Radar, temporäre und dauerhafte Messpfähle), welches den Küstenabschnitt von Borkum bis Baltrum mit Schwerpunkt auf dem Norderneyer Seegat und zugehörigem Tidebecken abdeckt.

Übersicht des Seegangsmessnetzes  
Übersicht des Seegangsmessnetzes
Bildrechte: NLWKN

Bedarfsweise werden Messungen von Strömung, Seegang und weiteren Parametern anlassbezogen erfasst. Im Gerätedepot der FSK werden die hierzu erforderlichen Messgeräte vorgehalten, gewartet und an die jeweiligen Fragestellungen angepasst. Für den Betrieb der Instrumente stehen der FSK die Schiffe des NLWKN zur Verfügung. Der Aufgabenbereich Vermessung ergänzt die Grundlagen um topografische Informationen des gesamten niedersächsischen Küstengebietes.

Ausbringen von Wellenmessbojen mit Forschungsschiff Burchana
Ausbringen von Wellenmessbojen mit Forschungsschiff Burchana
Bildrechte: NLWKN

Mathematische Modellierung

Die Naturmessdaten dienen unter anderem der Verwendung in mathematischen Modellen. Diese werden an der FSK beispielsweise für Bemessungsfragen im Küsten- und Inselschutz in Niedersachsen eingesetzt. Betrieben werden verschiedene Modelle u.a. für die Berechnung von Strömung, Seegang, Gewässergüte und morphologischen Gestaltungsvorgängen.

Es stehen hierzu umfangreiche Kapazitäten, beispielsweise für Datenvorhaltung, GIS-Anwendungen und paralleles numerisches Rechnen zur Verfügung.

Ergebnis morphodynamischer Langzeitmodellierung für die Leybucht  
Ergebnis morphodynamischer Langzeitmodellierung für die Leybucht (Dissanayake et al., 2012: Modelling morphodynamic response of a tidal basin to an anthropogenic effect, Coastal Engineering Nr. 67)
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Boje Forschungsstelle Küste
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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Andreas Wurpts

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Mühle 5
D-26548 Norderney
Tel: +49(0)4932/ 916 - 121

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