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Wasserrahmenrichtlinie: Gebietskooperation besichtigt aktuelle Renaturierungsmaßnahmen im Landkreis Rotenburg

Neuer Lebensraum für Meerforelle und Mühlkoppe geschaffen


 
Auch für die Mühlkoppe, ein nachtaktiver Grundfisch mit hohen Ansprüchen an die Wasserqualität, wird am Stellbach der Lebensraum verbessert. Bild: Ralf Gerken.

Verden, Lauenbrück Das Erreichen eines guten ökologischen und chemischen Zustands in möglichst vielen Gewässern ist erklärtes Ziel der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Doch wie ist es um die aktuellen Maßnahmen der naturnahen Gewässergestaltung im Bereich der Wümme und ihrer Zuläufe bestellt? Mitglieder der zuständigen Gebietskooperation Wümme trafen sich am gestrigen Donnerstag in Lauenbrück zum Erfahrungsaustausch. Sie machten sich anschließend im Rahmen einer Exkursion selbst ein Bild von den erzielten Fortschritten.

Das Fachtreffen im Seminarraum des Landparks Lauenbrück fiel dabei ungewöhnlich kurz aus: Bereits nach etwa einer Stunde machten sich die Teilnehmenden aus Fachbehörden und Verbänden auf, um aktuelle Maßnahmen am Stellbach in Augenschein zu nehmen. Hier ist mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen unter der Trägerschaft des Unterhaltungsverbandes Obere Wümme eine Verbesserung der Gewässerstruktur zur Laufverlängerung und zur Auenentwicklung geplant und umgesetzt worden. Aus einem ausgebauten, geraden und strukturarmen Gewässer ist durch die Laufverlegung in drei Bereichen wieder ein naturnah verlaufender Bach mit vielen Mäandern entstanden. Dieser kann sich nun in den kommenden Jahren ungestört entwickeln. „Durch den Einbau von typischen Sohlstrukturen wie Kiesbänken und durch die Vorprofilierung von Prall- und Gleithängen wurden hier unmittelbar neue Lebensräume geschaffen und gleichzeitig die eigenständige Entwicklung des Gewässers beschleunigt“, freut sich Lasse Störmer von der Betriebsstelle Verden des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der dort als Gewässerkoordinator für die Unterhaltungsverbände tätig ist, über die erfolgreiche Renaturierung.

Zum Auftakt der Veranstaltung trafen sich die Fachleute vorab im Auengrünland der Wümme bei Ahausen. Dort stellte Dr. Burghard Wittig von der Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN den FFH-Lebensraumtyp der „Mageren-Flachland-Mähweide“ vor. Im Grünland des Flusses haben sich auf landeseigenen Flächen teils großflächig artenreiche Bestände entwickelt. „Die Auenentwicklung ist von der Fließgewässerentwicklung aufgrund der intensiven Wechselwirkungen nicht zu trennen. Der hier vorfindbare Auentyp kann zu einer deutlichen Reduktion der stofflichen Belastung des Gewässers beitragen“, betont der für die landeseigenen Naturschutzflächen an der Wümme zuständige Biologe.

Die Gebietskooperation 24 wirkt seit ihrer Gründung 2005 an der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Einzugsgebiet der Wümme mit. Sie wird von der Arbeitsgemeinschaft der Unterhaltungsverbände im Wümmegebiet geleitet. Die Geschäftsführung der Gebietskooperation wird durch den NLWKN wahrgenommen. „Beim heutigen Termin wurde einmal mehr deutlich: Es gibt im Einzugsgebiet der Wümme beim Thema Gewässer noch viel Handlungspotenzial, um einen guten Gewässerzustand zu erreichen“, betont dessen Verdener Betriebsstellenleiter Heiner Harting. Die im Zuge der Exkursion besuchten Maßnahmen könnten dabei als gelungenes Vorbild für die Planung und Umsetzung weiterer Projekte an Gewässern mit vergleichbaren Rahmenbedingungen dienen, so das Fazit der Teilnehmer.

Ziel der im Jahr 2000 in Kraft getretenen Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist die Verbesserung der ökologischen und chemischen Qualität der Flüsse und Seen in der EU sowie der Grundwassergüte und -menge.

Presseinformation
Artikel-Informationen

12.10.2018

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz, Carsten Lippe

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