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Inselschutz Norderney: Sondierungen am Westkopf zur Untersuchung des Bauwerkes

S-Profil und Westdeich ab dieser Woche im Blick des NLWKN


Norderney Massive Buhnen und Deckwerke schützen den Westkopf der Insel Norderney vor den Naturgewalten. Damit die Anlagen auch in Zukunft einen bestmöglichen Sturmflutschutz gewährleisten können, sind Überprüfungen des Bauwerkszustandes als Grundlage für weitere Planungen unerlässlich. Vor allem im Bereich des Westbades von der Strandstraße bis zum Westdeich besteht auf Grund des Alters des Bauwerks derzeit entsprechender Untersuchungsbedarf. Ab der kommenden Woche werden das S-Profil und die Promenade am Westbad sowie die Berme vor dem Westdeich detailliert begutachtet. Hier war es in der Vergangenheit immer wieder zu Schäden an den Schutzanlagen gekommen.

Damit steht das Deckwerk im Westteil von Norderney zum zweiten Mal in diesem Jahr im Fokus der Küstenschützer des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): Bereits in der ersten Jahreshälfte hatten hier umfassende Voruntersuchungen mit Georadar stattgefunden. Dabei handelt es sich um ein hochauflösendes, zerstörungsfreies Verfahren zur Bestimmung von Strukturen in Untergründen und Bauwerken. „Die Ergebnisse lieferten erste Hinweise über mögliche Fehlstellen, Hohlräume oder Bereiche mit nicht ausreichend verdichtetem Untergrund“, erklärt Prof. Frank Thorenz, Leiter der zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun durch weitere Untersuchungen per Rammsondierung untermauert werden. „Wir legen den Schwerpunkt der neuen Untersuchungspunkte dabei gezielt auf jene Bereiche, für die wir aufgrund der vorliegenden Ergebnisse aus den Georadar-Untersuchungen Fehlstellen vermuten“, erklärt Thorenz weiter. Die Rammsondierung kann unter anderem Aufschluss über die Lagerungsdichte des Untergrundes geben – eine wichtige Information zur Beurteilung der Standfestigkeit des Bauwerks und für weitere Planungen.

Die anstehenden Arbeiten werden noch in dieser Woche und damit gezielt außerhalb der touristischen Hauptsaison beginnen. Sie sollen bis Ende des Monats abgeschlossen sein. An ausgesuchten Punkten werden in diesem Zeitraum Bohrlöcher mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern hergestellt. Die kegelförmige Messsonde wird dabei durch das Bohrloch in den Boden unter dem Bauwerk getrieben. „Mithilfe von Aufzeichnungen über die hierfür erforderliche Energie können Baugutachter Rückschlüsse auf das Bodenmaterial und die Tragfähigkeit ziehen“, erklärt Projektleiter Theo van Hoorn die Ziele der Untersuchungen. Die Bohrlöcher werden unmittelbar nach Fertigstellung der Messung wieder verschlossen.

Die Untersuchungen finden von der Milchbar bis zum südlichen Ende der Westdeichberme statt. Einschränkungen für Passanten wird es jeweils nur kurz und kleinräumig an entsprechenden Engstellen auf der Promenade geben. Sperrungen sind nicht vorgesehen.

Die ersten massiven Anlagen zum Schutz des Ortes und der Kureinrichtungen vor Dünenabtrag und Überflutung wurden bereits 1857/58 auf Norderney errichtet. Insgesamt besteht das Küstenschutzsystem der ostfriesischen Insel heute aus 12,1 Kilometern Schutzdünen sowie dem knapp 4,7 Kilometer langen Deckwerk mit 32 Buhnen. Die Deichlänge beträgt 10 Kilometer. In den 80er und 90er Jahren wurden nahezu alle Buhnen saniert. Das Deckwerk am Westkopf der Insel wurde zwischen 2001 und 2007 auf einer Teilstrecke von rund zwei Kilometern von der Strandstraße bis Café Cornelius instandgesetzt.

Presseinformation
Artikel-Informationen

06.11.2018

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz, Carsten Lippe

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