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Elbe: Weiterhin historische Zustände und Niedrigwasser extrem

Lüneburg/Norden Obwohl der Sommer astronomisch gesehen längst vorbei ist, bleibt die Lage an Niedersachsens Flüssen angesichts der anhaltenden Trockenheit vielerorts weiter angespannt. Der Grund: Nach wie vor gibt es für diese Jahreszeit deutlich zu geringe Niederschläge. „Um die wasserwirtschaftliche Situation grundlegend zu verbessern, bräuchte es einen klassischen Landregen, also anhaltenden gleichmäßigen Niederschlag mit geringer Intensität“, so Olaf Hansen, Aufgabenbereichsleiter Oberirdische Gewässer beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden. Doch entsprechende Regenmengen sind derzeit kaum in Sicht.

An der Elbe bedeutet dies deshalb auch im Oktober: Weiterhin historische Zustände und Niedrigwasser extrem. Denn hydrologisch betrachtet ist 2018 für die Elbe ein historisches Jahr. Seit dem Frühjahr sank der Wasserspiegel mehr und mehr und erreichte im Sommer seinen vorläufigen Tiefststand. „Seitdem hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert“, betont Dr. Katharina Pinz, Betriebsstellenleiterin des NLWKN in Lüneburg. Fehlende Niederschläge sorgen vielmehr dafür, dass die Elbewasserstände derzeit auf niedrigem Niveau verharren: Im niedersächsischen Abschnitt des Flusses bewegt sich der Wasserstand seit einem Vierteljahr mit weniger als einem Meter über NN am vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg in Neu Darchau betriebenen Pegel im sogenannten Extremwertbereich. Heute (19.10.) wurde an dieser Messstelle ein Wert von 81 Zentimetern ermittelt. Dieser liegt zwar rund 15 Zentimeter über dem historischen Tiefststand von Ende August, aber immer noch knapp zwei Meter unter dem Mittleren Wasserstand. Inwieweit das für diese Jahreszeit typische wechselhafte Wetter mit rückläufigen Temperaturen zu einer Entspannung in der Elbe führt, bleibe abzuwarten, so die Expertin.

Derzeit ist von weitgehend stagnierenden beziehungsweise sich nur geringfügig verändernden Wasserständen auszugehen.

Um die Auswirkungen auf die Gewässergüte beurteilen zu können, werden entlang der Elbe an ausgesuchten Standorten Gewässeruntersuchungen vorgenommen. So werden auch in der niedersächsischen Gütemessstation Schnackenburg in regelmäßigen Abständen Gewässerproben aus der Elbe genommen und analysiert. Fazit: Die Gewässergüte und die Lebensbedingungen sind im niedersächsischen Elbeabschnitt trotz der anhaltenden Extremsituation nicht gravierend nachteilig beeinträchtigt. „Der aktuelle Sauerstoffgehalt von 8,5 Milligramm pro Liter und ein pH-Wert von 8 bei einer Wassertemperatur von knapp 14 Grad sind etwa für die Fische im Fluss gut verträglich“, so Pinz. Im Hauptstrom im niedersächsischen Elbeabschnitt ist es auch in den zurückliegenden warmen Sommermonaten zu keinem Fischsterben gekommen.

Presseinformation
Artikel-Informationen

24.10.2018

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz, Carsten Lippe

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