Vom 14. bis 16. Juli 2012 wird das Sperrwerk zeitweilig gesperrt // Presseinformation vom 9. Juli 2012
Einen weiteren Naturversuch zur Steuerung der Tide mit Hilfe des Emssperrwerks wird es vom 14. bis 16. Juli 2012 geben. Die Vorbereitungen laufen auch in Abstimmung mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes planmäßig. Dies teilte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) am Montag mit.
Der Probebetrieb erstreckt sich über maximal fünf Tiden. Dabei werden jeweils mit Einsetzen der Flutströmung die fünf Nebenöffnungen des Emssperrwerkes für ca. dreieinhalb Stunden geschlossen, um die auflaufende Tide in dieser Zeit abzubremsen. „Der NLWKN benötigt die Daten aus dem Naturversuch für weitere Modellversuche der NLWKN-Forschungsstelle Küste und des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste der Universität Kiel. Die gewonnenen Daten ermöglichen eine Eichung der Modelle. Nur damit lassen sich später mit den Modellergebnissen verlässliche Aussagen treffen", beschreibt der Leiter der Forschungsstelle, Dr. Andreas Wurpts, die Intention des Landesbetriebs. Der geplante Tidesteuerungsbetrieb mit Hilfe des Emssperrwerks sei Bestandteil eines umfangreichen Untersuchungsprogramms.
Das Untersuchungsprogramm soll Antwort auf die Frage geben, ob eine möglicherweise dauerhaft durchgeführte Tidesteuerung ausreichend wirksam ist im Kampf gegen die Verschlickung der Ems. Aufwändige Computerberechnungen für Strömung, Sedimenttransport und Sohlentwicklung werden dazu durchgeführt. „Der Naturversuch ist letztlich ein kleiner, aber überaus wichtiger Bestandteil dieser Untersuchung, weil er die messtechnische Erfassung der kurzfristigen Reaktion des realen Systems erlaubt", ergänzte Dirk Post, Leiter der Betriebsstelle Aurich des NLWKN.
Wasserstände und Strömungen werden mit Hilfe einer Vielzahl von Messgeräten erfasst, die entlang der Ems von Herbrum bis Borkum verteilt sind. Ein besonderes Augenmerk liegt zusätzlich auf dem Nahbereich des Emssperrwerks. Die dortigen Strömungsprozesse sollen besonders detailliert erfasst werden. Hierbei kommen u.a. innovative Mess- und Auswerteverfahren zum Einsatz.
Vor Beginn des Probebetriebes und jeweils unmittelbar nach jeder Tidesteuerung sind Peilungen der bauwerksnahen Gewässersohle vorgesehen. Der 2010 bei dem Naturversuch entstandene Kolk wurde verfüllt und gesichert; sowohl diese Sicherung als auch die gesamte Sohlsicherung des Sperrwerkes wurden inzwischen von Gutachtern untersucht und als lagestabil bewertet.
„Die Versuchsdauer wurde auf fünf Tiden festgelegt, weil sichergestellt werden soll, dass ausreichend Daten in guter Qualität zur Verfügung stehen. Sollte dies auch in weniger Tiden erreicht werden können, kann der Versuch auch vorzeitig beendet werden", kündigte Dirk Post an. Das sei auch im Interesse der Schifffahrt, die so wenig wie möglich beeinträchtigt werden soll. Während der Sperrung ist die Durchfahrt durch das Emssperrwerk für Schiffe nicht gestattet. „Wir haben den Naturversuch auch deshalb auf ein Wochenende verlegt, um die Schifffahrt möglichst wenig zu behindern".
Das Ems-Sperrwerk ist voraussichtlich zu folgenden Zeiten für die Schifffahrt gesperrt (geringfügige Abweichungen aufgrund der natürlichen Tideverhältnisse sind möglich):
14. Juli 2012: Von 03:17 bis 06:47 Uhr und von 15:15 bis 19:21 Uhr
15. Juli 2012: Von 04:25 bis 07:55 Uhr und von 17:06 bis 20:36 Uhr
16. Juli 2012: Von 05:34 bis 09:04 Uhr
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