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Kernreaktor-Fernüberwachung

Der NLWKN hat die Kernkraftwerke fest im Blick: Mithilfe der Kernreaktor-Fernüberwachung werden die radioaktiven Stoffe in der Abluft und im Abwasser überwacht. Eine Alarmierung erfolgt bei Überschreitung eines Genehmigungswertes, aber auch beim Ausfall wichtiger Messkomponenten oder Übertragungswege.

Das Kernreaktor-Fernüberwachungs-System Niedersachsen läuft seit 1981. Seit 2005 wird es vom Aufgabenbereich Strahlenschutz im NLWKN betrieben, 2007 zog das radiologische Lagezentrum von Hannover nach Hildesheim. 2008 wurde die Datenübertragung umfassend modernisiert.

In den ersten Jahren erstreckte sich die Emissionsüberwachung auf die Kernkraftwerke Stade und Unterweser. In den Jahren 1984 und 1986 wurden die Kernkraftwerke Grohnde und Emsland in das Kernreaktor-Fernüberwachungs-System integriert, 1987 wurde erstmals eine Alarmierungsfunktion per Telefonkette eingerichtet.

Mithilfe der Kernreaktor-Fernüberwachung werden die Emissionen radioaktiver Stoffe mit Abluft oder Abwasser der niedersächsischen Kernkraftwerke – Emsland, Unterweser und Grohnde sowie das im Rückbau befindliche Kernkraftwerk Stade – kontinuierlich und betreiberunabhängig überwacht. Ebenso ist die Pilotkonditionierungsanlage Gorleben bereits mit einer Überwachungsinstrumentierung ausgerüstet.

Neben der konkreten Messinstrumentierung in den Anlagen besteht die Kernreaktor-Fernüberwachung hauptsächlich aus einem komplexen Mess- und Informationssystem, mit dem täglich mehr als 100.000 Messwerte sowie der aktuelle Betriebszustand der Anlagen erfasst, bewertet und überwacht werden. Die kontinuierliche Messwerterfassung ist im Falle einer Grenzwertüberschreitung mit der Alarmierung einer Rufbereitschaft der Kernreaktor-Fernüberwachung verbunden. Diese prüft zunächst die Plausibilität des Alarms und unterrichtet gegebenenfalls das niedersächsische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde. Selbstverständlich ist die Funktion dieser Alarmierungskette auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit sowie an Sonn- und Feiertagen sicher gestellt. Diese Alarmierung erfolgt vollständig unabhängig von der ebenfalls gegebenen sofortigen Meldepflicht der Betreiber von Kernkraftwerken bei einer erhörten Emission.

Emissionsüberwachung

Zur Emissionsüberwachung befinden sich in den Anlagen der Betreiber landeseigene Monitore, die kontinuierlich die Abgabe radioaktiver Stoffe in Form von Edelgasen, Aerosolen (an fein verteilten Schwebstoffen gebundene radioaktive Stoffe) und Jod (Nuklid J-131) im Abluftkamin bestimmen. Die dabei gewonnenen Messwerte werden im Zehn-Minuten-Takt an die Zentrale in Hildesheim weitergeleitet. Bei der Messung der Aerosole werden zusätzlich einzelne Nuklide spektroskopisch bestimmt. Zusätzlich zu den Messungen durch die landeseigene Instrumentierung werden gleiche Werte auch vom Betreiber ermittelt. Diese und weitere Betriebswerte sowie die Daten der betreibereigenen meteorologischen Messstation werden ebenfalls an das Lagezentrum übertragen und ausgewertet.

Neben der Überwachung der Abluft wird auch das Abwasser kontinuierlich auf die Konzentration radioaktiver Stoffe überwacht. Diese Daten werden im Zehn-Minuten-Takt an die Zentrale übertragen. Außerdem werden Proben des abzuleitenden Wassers im NLWKN eigenen Nuklidlabor untersucht.

Ausbreitungsberechnungen: Prognose & Diagnose

Bei Freisetzung radioaktiver Stoffe infolge eines Störfalles ist vorrangig die voraussichtliche Verteilung der Ablagerung radioaktiver Stoffe in der Umgebung der Anlage zu ermitteln bzw. zu vermessen, welche Gebiete von der „radioaktiven Wolke“ durchquert werden. Mit diesen Informationen können dann die Auswirkungen auf die Menschen (Strahlenexposition / Dosis) abgeschätzt werden und entsprechende Maßnahmen getroffen werden.

Diese Dosisberechnung erfolgt mit Hilfe von Ausbreitungsmodellen, die die aktuelle Wetterlage bzw. für Prognoserechnungen im Vorfeld einer Freisetzung, die aktuelle Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes berücksichtigen. Mit dieser Grundlage lässt sich dann für jeden Ort in der Umgebung der Anlage die wahrscheinliche Strahlenexposition berechnen, wobei anhand der unterschiedlichen Einwirkungsmöglichkeiten der Strahlung und nach verschiedenen Organen differenziert werden kann (Expositionspfade).

Im Falle einer Diagnoserechnung gehen neben den radiologischen Daten die Messwerte meteorologischer Messsysteme vor Ort ein. Diese liefern Daten z.B. zur Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Turbulenz. Zusätzlich gehen Informationen zu Niederschlagsmenge, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Strahlungsbilanz ein.

Hier gibt es Detail-Infos:

KKU
Kernkraftwerk Unterweser
Belastungspfade  
Standorte KTA  
Standorte kerntechnischer Anlagen in Niedersachsen
Messung
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Hauke Brüggemeyer

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Hannover- Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim
Tel: +49 (0)5121 / 509-311

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