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Boden und Bewuchs

Natürliche und künstliche radioaktive Stoffe sind überall in der Umwelt vorhanden. Der zusätzliche Eintrag radioaktiver Stoffe durch Ableitungen der kerntechnischen Anlagen wird überwacht. Dazu werden Boden und Bewuchs von den Betreibern der Anlagen und vom NLWKN nach den Richtlinien zur Emissions- und immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen in der Nähe jeder Anlage untersucht. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Stellen, an denen am ehesten mit einer Belastung durch die Ableitung radioaktiver Stoffe mit der Abluft (Fortluft) der Anlagen zu rechnen ist. Diese Ergebnisse werden mit denen der Referenzpunkte aus der näheren Umgebung verglichen.

Messpunkt Eidewarden

Probenahmestelle für Boden und Bewuchs in der Umgebung des Kernkraftwerkes Stade

Um eingetragene radioaktive Stoffe im Boden sicher erfassen zu können wird die obere Bodenschicht (10 cm) von Grünlandboden untersucht. Die einzigen künstlichen Radionuklide, die im Boden in der näheren Umgebung der Anlagen aufgefunden werden, sind zum Teil auf die Kernwaffenversuche und zum größeren Teil auf den Reaktorunfall in Tschernobyl zurückzuführen.

Cäsium-137 im unbearbeiteten Mineralboden aus der Umgebung niedersächsischer kerntechnischer Anlagen und Vergleichswerte aus Niedersachsen im Jahre 2004 in Bq/kg Trockenmasse (Grünland)

Gebiet der ungünstigsten Einwirkungsstellen

Kernkraftwerk
Stade

Kernkraftwerk
Unterweser

Kernkraftwerk
Grohnde

Kernkraftwerk
Emsland

Minimum

7,9

3,2

8,2

7,2

Mittel

8,8

12,2

16,5

10,6

Maximum

10,0

23,0

34,0

16,0

Referenzgebiet

Minimum

5,2

13,0

18,0

25,0

Mittel

7,0

16,0

20,0

31,0

Maximum

8,8

19,0

22,0

37,0

Umgebung

PKA/TBL
Gorleben

Niedersachsen
allgemein

Minimum

12,0

14,5

Mittel

24,9

30,3

Maximum

40,0

69,1

Datenquelle: Umgebungsüberwachung der kerntechnischen Anlagen des NLWKN, Niedersachsen allgemein von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Oldenburg im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes

Die Ergebnisse zeigen für das Cäsiumisotop Cs-137 die erwarteten großräumigen und kleinräumigen Schwankungsbreiten. Dabei gilt, dass die Regionen der niedersächsischen Kernkraftwerke zufällig durch den Reaktorunfall in Tschernobyl geringer belastet wurden als manch andere Gebiete in Niedersachsen, zu denen auch der Bereich um Gorleben gehört.

Cs-137-Belastung des Boden

Belastung des Bodens mit Cäsium-137 in Niedersachsen im Mai 1986 durch den Reaktorunfall in Tschernobyl

Der Gehalt der Cäsiumisotope im Bereich des Referenzgebietes und im Gebiet der ungünstigsten Einwirkungsstellen folgt den allgemein festgestellten abfallenden Tendenzen der Belastung.

Werden radioaktive Stoffe auf dem Boden abgelagert, können sie von Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen werden. So können sie in die Ernährungskette gelangen und schließlich über Nahrungsmittel den Menschen belasten. Deshalb wird an den Überwachungspunkten für Boden auch Weide- und Wiesenbewuchs überwacht. Grundsätzlich findet man in Niedersachsen an den Stellen, an denen der Boden durch den Unfall in Tschernobyl vergleichsweise höher durch Cäsium-137 belastet wurde, auch die höheren Werte im Bewuchs.

Cäsium-137 in Bewuchs der Umgebung niedersächsischer kerntechnischer Anlagen und Vergleichswerte aus Niedersachsen im Jahre 2004 in Bq/kg Trockenmasse

Gebiet der ungünstigsten Einwirkungsstellen

Kernkraftwerk
Stade

Kernkraftwerk
Unterweser

Kernkraftwerk
Grohnde

Kernkraftwerk
Emsland

Minimum

0,51

< 0,16

< 0,11

0,65

Mittel

0,77

0,27

0,39

1,57

Maximum

1,20

0,39

1,10

3,60

Referenzgebiet

Minimum

0,34

0,16

< 0,15

0,59

Mittel

0,56

0,29

0,19

1,30

Maximum

0,77

0,41

0,23

2,00

Umgebung

PKA/TBL
Gorleben

Niedersachsen
allgemein

Minimum

0,36

0,5

Mittel

24,40

7,2

Maximum

120,00

19,0

Datenquelle: Umgebungsüberwachung der kerntechnischen Anlagen des NLWKN, Niedersachsen allgemein von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Oldenburg im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes

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