Schriftgröße:
normal gross extragross
Farbkontrast:
hell dunkel

Radiologische Überwachung & Strahlenschutz

Der NLWKN in Hildesheim ist das Kompetenzzentrum der niedersächsischen Umwelt- und Arbeitsschutzverwaltung für den Strahlenschutz: Der Sachverstand und die Messtechnik sind hier zentralisiert.

Das radiologische Lagezentrum ermöglicht eine zusammenfassende Sicht sowohl speziell auf den Betrieb niedersächsischer kerntechnischen Anlagen (Kernreaktor-Fernüberwachung) als auch die weiträumige Betrachtung der Umweltradioaktivität durch das bundesweite Datennetzwerk (Landesdatenzentrale des integrierten Mess- und Informationssystems).

Weitere Aufgaben: Die Sicherheit beim Einsatz radioaktiver Stoffe in der Nuklearmedizin, der sichere Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, die Berechnung von Strahlenschutzplänen, die Messungen bei radioaktiven Abfällen, Funden und Unfällen sowie bei elektromagnetischen Strahlen im Immissions- und Arbeitsschutz.

Immer wieder ungewöhnliche Aufträge

Die Fachleute aus dem Aufgabenbereich Strahlenschutz im NLWKN können jede Art von Radioaktivität messen; das führt immer wieder zu neuen und ungewöhnlichen Aufträgen. Das Reaktorunglück in Japan im März 2011 stellte sie ebenso vor neue Herausforderungen wie der Besuch des atomar getriebenen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle" der französischen Marine in Cuxhaven im April 2010.

Durch das Erdbeben und den Tsunami fiel im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi die Energieversorgung aus. Infolge dessen kam es zu einer Serie von Unfällen mit Kernschmelze und Wasserstoffexplosionen. Die Besorgnis erregende Lage im Kernkraftwerk führte dazu, dass der NLWKN auf Wunsch des Bundesumweltministeriums und des niedersächsischen Umweltministeriums 45 Passagiere eines Sonderfluges aus Japan am 16. März 2011 am Flughafen Langenhagen messtechnisch überprüft hat, um die Frage zu klären, ob sie radioaktiv kontaminiert sind. Nach einer Vorbereitungszeit von weniger als einer Stunde waren sechs Personen in drei Messteams im Einsatz. Das Ergebnis beruhigte die Menschen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern: Es wurde keine Kontamination festgestellt.

Schon im April 2010 gab es ein ungewöhnliches Ereignis mit neuer Herausforderungen: Der Besuch des atomar getriebenen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle" der französischen Marine in Cuxhaven. Der Auftrag des NLWKN: Den Aufenthalt des Schiffes in Cuxhaven durch Mitarbeiter des Radiologischen Labors des NLWKN sowie deren Störfallfahrzeuge messtechnisch zu überwachen. Über ein enges Netzwerk zwischen Umweltministerium, Gewerbeaufsicht, Polizei, Hafenmeisterei und dem NLWKN wurden bereits in den Wochen vor dem Besuch des Schiffes verschiedene Handlungsoptionen zum Schutz der Bevölkerung sichergestellt. Der NLWKN entwickelte hierzu Messprogramme für den „bestimmungsgemäßen Betrieb" und für einen Störfall". Mögliche Gefährdungen hätten daher sofort erfasst werden können.

Nachdem im Vorfeld die Radioaktivität in der Elbe und am Hafen ermittelt worden war, wurde die Messtechnik für sofortige Messungen vor dem Einlaufen des Schiffes installiert. Das betraf insbesondere den mit zwei g-Detektoren ausgestatteten Messbus, der in der Ölwehrgerätehalle des NLWKN in Betrieb genommen werden konnte. Dieser Standort hätte auch Messungen im „Störfall/Unfall" ermöglicht. Während der dreitägigen Anwesenheit des Flugzeugträgers wurden 26 Wasserproben, 12 Luft-Langzeitmessungen und diverse Messungen mit Handmessgeräten durchgeführt. Das Fazit: Radioaktive Stoffe mit Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung wurden nicht frei gesetzt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu Aufgabenbereichen des NLWKN im Zusammenhang mit Messung und Beurteilung von ionisierender Strahlung:
Umgebungsüberwachung kerntechnischer Anlagen
Sonderuntersuchungen
Begriffserklärungen
Radioaktivität

Radiologische Untersuchung

Übersicht